Erinnerungen an Shela

Ein Bericht von John Njau, übersetzt von Angelika Schuetz (Lamu). Ich bin im Dorf Shela, am südlichen Zipfel der Insel Lamu. Ich lasse in meinem Kopf die letzten eineinhalb wunderbaren Jahre Revue passieren, in denen ich im Tourismus gearbeitet habe.

Boote am Dorfstrand von Shela
Boote am Dorfstrand von Shela

Shela ist eine jahrhundertealte Bajuni Siedlung – die Bajunis sind eine Untergruppe der Swahili – traditionell von der Fischerei und, seit geraumer Zeit auch, vorwiegend vom Tourismus lebend.

Minarett der Freitagsmoschee
Minarett der Freitagsmoschee
Gasse im Dorf Shela
Gasse im Dorf Shela

Die Bevölkerung ist eine vielfältige Mischung, die Bajunis eindeutig in der Mehrheit. An den Abenden findet man eine anschauliche Anzahl an hier angesiedelten Ausländern (mit einer gesunden Anzahl an einheimischen Gastgebern), die in der Bar und im Restaurant des Peponi Hotels herumsitzen. Heute abend flüstert ein ausgesprochen schneidiger New Yorker bei einem Glas Wein mit einer jungen Italienischen Dame. Eine Modedesignerin aus Nairobi löffelt herzhaft in einer Eiscreme. Ein Hotelmanager, auch aus Nairobi, bewegt den Kopf zum Rhythmus der Musik, die im Hintergrund in der schwülen Abendluft dahinschwebt. Ein Bankkaufmann aus Malindi erheitert mich mit Geschichten einer lustigen Brautwerbung. Nebenan erinnert sich ein pensionierter englischer Pilot an seine Zeiten als ‘Fahrer’ (so drückt er sich aus) bei Kenya Airways. Ein europäischer Sportangler, in Lamu aufgewachsen, unterhält sich fließend auf Kiswahili, mit einem schweren Bajuni-Akzent. Er könnte genauso gut Griechisch sprechen, so wenig kann ich ihn verstehen. Sein Hund, ein wenig langsam und alt, liegt geduldig zu seinen Füssen. Ein pensionierter Restaurateur mit buschigen Augenbrauen, der einst eines der feinsten Restaurants in Nairobi betrieb, spricht mit seinen Tischnachbarn über den Häusermarkt. Ich schaue mich um in dieser Mixtur von Menschen und ich denke ‘nur auf Lamu’.

Sonnenuntergang am großen Strand
Sonnenuntergang am großen Strand
Crab Plovers
Reiherläufer am Strand

Kenianische, dänische, holländische, deutsche, koreanische, englische und italienische Geschäftsfrauen und –männer haben hier in der Tourismusindustrie heftig investiert. Hotels mit Weltklassenniveau und private Ferienhäuser stehen nah beieinander neben einheimischen Etablissements und Privathäusern. Die Insel ist einzigartig in dem Sinne, dass sie fast frei ist von Fahrzeugen. Während meiner Zeit habe ich nur vier Fahrzeuge gezählt: Den Geländewagen des County Commissioners, zwei Ambulanzfahrzeuge (eine für Menschen und eine für Tiere) und den Traktor der Gemeinde, welcher die Müllabfuhr von Lamu Stadt bewerkstelligt. In diesen engen Sträßchen und Gassen wären motorisierte Straßenfahrzeuge ohnehin niemals eine Option für Lamu. Perfekt also, dieses tropische Inselchen, für alle diejenigen, die ‘von allem weg’ wollen.

Müllabfuhr in Shela
Müllabfuhr in Shela
Gasse mit Esel
Gasse mit Esel

Ungewöhnlicherweise bin ich heute zum Sonnenaufgang am Strand. Eigentlich bevorzuge ich am Ende des langen Arbeitstages am Strand entlang zu laufen. Es ist ein ziemlich normaler Tag, alles in allem, sonnig und drückend, mit der melodiösen Stimme des Muezzins, zu den festgelegten Zeiten des Gebetsrufes. Es ist ein Tag der Besinnung und ich bereite mich auf den Abschied vor, den Abschied von diesem Stück Küste. Ich habe vorher noch nie in einem Dorf gelebt.

Dünen von Shela
Dünen von Shela
Boote im Sonnenaufgang
Boote im Sonnenaufgang

Das Leben in Nairobi (wie auch in anderen Großstädten) ist tendenziell eine recht egoistische Angelegenheit: eingezäunte Grundstücke mit Einfahrtstoren sind die Norm. Es war eine ziemliche Veränderung für mich, mich in dieses Leben zu integrieren, ein Leben frei von unnötiger Einengung; keine Zäune, keine Tore, letztendlich keine Sorgen. Nie und nirgendwo habe ich mich sicherer gefühlt als in Shela. Aber meine Zeit hier läuft ab, leider, und obschon ich den Abschied fürchte, ich habe so viel, wofür ich dankbar bin. Tourismus ist natürlicherweise ein Saisongeschäft und im Augenblick ist der Rückgang in dieser Sparte ein bisschen alarmierend. Ich würde natürlich gerne bleiben aber meine Position ist zur Zeit nicht länger vertretbar.

Duka Rangaleni
Duka Rangaleni
Bunny Allen House
Bunny Allen House

In den folgenden Tagen sehe ich alles mit neuen Augen sozusagen. Ich finde große Freude an dem Gefühl von Sand unter meinen Füßen als ich barfuß am Strand laufe. Der Kanal von Lamu hat nichts an seinem Charme verloren. Die Dhows und Fischerboote dümpeln seicht am Anker, perfekt wie im Bilderbuch. Die vorgelagerte Insel Manda mit seinem Strand ist bezaubernd wie immer. Shela Beach, die gesamten 13 Kilometer, es ist eine Freude diesen Strand entlang zu wandern. Mir wird das jetzt alles sehr bewußt, wissend, dass ich in weniger als einer Woche zurückkehren werde in die Anonymität von Nairobi. Es ist ein beschaulicher Ort zum Leben und diese Beschaulichkeit wir noch verstärkt durch die fehlenden Besucherzahlen in der Gegend.

Mohamed mit Hunden am Strand
Mohamed mit Hunden am Strand
Salim mit Fisch
Salim mit Fisch

Ich sitze auf der gepolsterten Bank des Bootes mit dem Namen ‘I’ll Be Back’, meinen Koffer zu meinen Füßen. Abschiedsschmerz überkommt mich, aber es muss sein, und ich plane wiederzukommen, eines Tages. Der Motor springt an und wir gleiten hinfort von der Shela Küste. Diese ist der von Amalfi nicht unähnlich, Amalfi vor etwa 20 Jahren.

I'll Be Back
I’ll Be Back
Käpt'n Aswif
Käpt’n Aswif

Meine Gedanken wandern zu den Menschen von Shela. Ich habe mitten unter ihnen gelebt, eineinhalb Jahre lang und sie sind mir immer mit Höflichkeit  begegnet, mich würdigend als Gast. Ich werde Salim vermissen, den Fischer, der verläßlich zwei- oder dreimal die Woche an meine Tür klopfte mit dem feinsten frischen Fang von Rotbarsch; Aswif, Yusuf und Thabit unsere gutgelaunten Bootskapitäne von Weitem einen Gruß zurufend; Omar, bärtig und lebhaft seine Hunde am Strand ausführend und viele andere Leute aus dem Dorf, die meinen Aufenthalt hier zu einem vollständigen Vergnügen gemacht haben.

Yusuf
Yusuf

Die Caravan steht auf dem Asphalt des Flughafens von Manda.  Wir fliegen nach Nairobi in zehn Minuten. Alles wird jetzt ein wenig langsamer sein auf Lamu aber die Verlockung ist zu groß als dass man der wiederstehen kann und der Strand wird eines Tages wieder die Sonnenanbeter begrüßen von nah und fern.

Das Beach House beim  Abflug
Das Beach House beim Abflug
Strand von Shela
Strand von Shela

Portrait Angelika Schuetz

Angelika Schuetz lebt im Dorf Shela auf der Insel Lamu und ist Verwalterin beim Shela House Management.

Alle Fotos in diesem Artikel (c) Angelika Schuetz


Der Stadtschreier von Lamu

Bwana Shee, Stadtschreier von Lamu
Bwana Shee, Stadtschreier von Lamu

Ein Bericht von John Njau, übersetzt von Angelika Schuetz (Lamu). Achtung! Achtung! Der Lamu Stadtschreier, nunmehr sicher, Ihr Gehör zu haben, schreit seine Ansage hinaus. Sei es die Ankündigung einer Gemeindeversammlung, die Ankunft eines Ehrengastes oder die Kunde über die Hochzeit eines jungen Paares. Für eine kleine Gebühr wird der Stadtschreier Ihre Nachricht den Bewohnern dieses kleinen jahrhundertealten Swahili-Vorpostens, der sich in mancher Hinsicht in den letzten 700 Jahren kaum verändert hat, übermitteln.

Behördengebäude in Lamu Stadt, ein sehr typisches Stadtbild
Behördengebäude in Lamu Stadt, ein sehr typisches Stadtbild

Als ich diesen Herrn Shee Bwana Shee zum ersten Mal seiner Arbeit nachgehen sah, bzw. hörte, da stutze ich sehr: welch ein Anachronismus, falls es ihn tatsächlich gibt. Wäre ich einem bärtigen englischen Hochradfahrer mit Melone begegnet, so wäre ich nicht mehr erstaunt gewesen. Wir kennen viele Bilder aus Büchern, wir erwarten aber nicht, diesen auch tatsächlich zu begegnen. Nicht im 21. Jahrhundert, wo Wissenschaftler das menschliche Genom erforscht haben und der 3D-Drucker kurz vor der Massenproduktion steht.

Herr Shee bei der Arbeit in Lamu Stadt
Herr Shee bei der Arbeit in Lamu Stadt

Stadtschreier haben eine reiche Geschichte, untrennbar verwoben mit den Strukturen von Gemeinden auf der ganzen Welt. Während dieser heutzutage ein kaum noch benötigter Dienst ist, in manchen entlegenen Ecken des Globus lebt er weiterhin fort. Angefangen bei den Läufern von Sparta im alten Griechenland bis hin zum mittelalterlichen England, dem Fort von Lamu und dem Strand von Shela, Shee trägt die Fackel einer uralten Tradition, eines wichtigen Amtes, welches hier nicht vom Aussterben bedroht ist.

Auch in das Dorf Shela kommt der Stadtschreier, die Kinder lieben es.
Auch in das Dorf Shela kommt der Stadtschreier, die Kinder lieben es.

Aus der Notwendigkeit heraus, meistens königliche Nachrichten oder politische Informationen zu übermitteln, musste der Ausführende dieses Amtes lesen und schreiben können. Und, darüberhinaus, zusätzlich mit einer gesunden Lunge ausgestattet sein sowie einer kräftigen Stimme. Die neuzeitliche Entwicklung macht es ihm seit einiger Zeit leichter, Herr Shee bedient sich eines batteriebetriebenen Megaphones, ich kann allerdings bestätigen, dass er auch ohne dieses Gerät seine Tätigkeit ausüben kann.

Vor 54 Jahren in Lamu geboren, besuchte Shee auf Lamu die Grundschule und Sekundarschule und zeigte schon früh ein Interesse am Rundfunk. Seine Ambitionen wurden jedoch nicht erhört: jedenfalls nicht, wie er es sich vorgestellt hatte. Er arbeitete viele Jahre lang als Gefängnisbeamter, man hatte ihn im Polizeidienst abgelehnt, da er das entsprechende Gardemaß nicht erreichte. Shee bekam nun endlich seine Chance bei den Medien im Jahre 2005. Die nationale Volkszählung war in vollem Gang, Bananen und Orangen, Symbole der rivalisierenden Parteien damals, trugen Früchte, wurden zu Zeichen des Umbruches und sind bis heute in unserer Geschichte von starker Bedeutung.

Er trug die Nachrichten hinaus, für beide politischen Seiten, und er wurde als Stadtschreier etabliert. Über die Jahre haben verschiedene Organisationen und Institutionen, aber auch die Behörden vor Ort, seine Fachkenntnis genutzt. Darauf ist er mit Recht stolz – auf die Rolle, die er spielt: Als Sprachrohr für das Gesundheitsamt zum Beispiel, um die einheimische Bevölkerung über die Gefahren und die Prävention der vermeidbaren Malaria zu unterrichten.

„Achtung! Achtung! Noch reduzierte Restplätze frei.“ Herrn Shees Kunde heute ist eine einheimische Fluggesellschaft.

In der enggestrickten Lamu Gesellschaft ist Shee eine bekannte Figur mit seinem Bart und seinem weißen Megaphon, und wenn man hört „Achtung! Achtung!“  dann steht man still und hört hin.

In Beantwortung meiner Frage, die Zukunft seines Amtes betreffend, informiert mich Herr Shee, dass er sich sicher ist, dass sein Amt  unentbehrlich ist in einer Gemeinde wie Lamu, egal wie die Technologie fortschreitet. Es ist eine unschöne Tatsache, dass Lamu im Landesschnitt an der unteren Grenze der Alphabetisierung angesiedelt ist und da bietet es sich an, gewisse Informationen auf diesem Wege zu übermitteln.

Ich frage ihn, welches der ungewöhnlichste Auftrag bislang in seiner Karriere gewesen ist und er lacht und erzählt mir, wie ein Politiker ihn anheuern wollte, dessen Rivalen zu besudeln. So etwas hat er stets abgelehnt. Einmal hat er sich eine Tracht Prügel verdient mit einer übermittelten Nachricht, einen Grundstücksdisput betreffend.

Im mittelalterlichen Europa war die Beleidigung des Stadtschreiers ein schweres Vergehen. Daher, denn die Nachrichten wurden im Auftrag des Königs übermittelt, genoss der Stadtschreier den Schutz des königlichen Hofes. Leider, gibt es für Shee in der heutigen Zeit eine solche Souveränität nicht mehr und er ist sich selbst überlassen, sollten bestimmte Elemente seine Nachricht als unangenehm empfinden.

Zuschauer beim Lamu Kulturfestival
Zuschauer beim Lamu Kulturfestival

Seine ausgebuchteste Zeit ist während des Lamu Kulturfestivals. Da kommt so ein Leuchten in seine Augen in Erwartung dieser, für ihn sehr bewegten Zeit.

Hier geht es zum Strand von Shela. Hier etwa endet das Arbeitsgebiet von Herrn Shee.
Hier geht es zum Strand von Shela. Hier etwa endet das Arbeitsgebiet von Herrn Shee.

Portrait Angelika Schuetz

Angelika Schuetz lebt im Dorf Shela auf der Insel Lamu und ist Verwalterin beim Shela House Management.

Alle Fotos in diesem Artikel (c) Angelika Schuetz


Mein Leben auf Lamu

Ein Beitrag von Arnold Starosczyk (Lamu). Heute möchte ich die Inselgruppe LAMU vorstellen. Ich selbst lebe seit 7 Jahren dort, betreibe mit JamboHouse Lamu ein kleines Guesthouse in Lamu Stadt. Für mich ist die Insel Lamu immer noch eines des faszinierendsten Reiseziele: wir haben hier eine einzigartige Kultur (Lamu ist der älteste besiedelte Ort der gesamten Ostafrikanischen Küste), es gibt traumhafte Strände, frisches und günstiges Seafood, die frisch gepressten Fruchtsäfte sind bekannt und die Leute sind sehr freundlich. Die Bevölkerung ist zu etwa 80 % muslimisch.

Der Flugplatz von Lamu befindet sich auf der Nachbarinsel Manda. Von Nairobi und Malindi gibt es täglich Flugverbindungen nach Lamu. Schon der Anflug auf Lamu bietet erste wunderschöne Blicke.

Lamu aus der Luft

Auf der 10-minütigen Bootsfahrt nach Lamu Stadt hat man schon die ganze Seafront im Blick.

Lamu Seafront

Die Altstadt von Lamu ist seit dem Jahre 2001 UNESCO Weltkulturerbe.

Altstadt von Lamu

Der ganze Transport wird hier mit Eseln oder Handkarren abgewickelt. Da die Gassen von Lamu sehr eng sind (unsere “Hauptstraße” ist an einigen Stellen nur etwa 2 m breit!), gibt es hier auch nur etwa 5 Autos und einige Motorräder. Welche Bedeutung die Esel auf Lamu haben, zeigt u. a. dass es hier ein Esels-Krankenhaus gibt und einmal im Jahr findet ein Schönheitswettbewerb für Esel statt.

Schönheitswettbewerb für Esel

In Lamu Stadt gibt es insgesamt 4 Museen, wobei das Lamu Museum wirklich sehenswert ist.

Lamu Museum

Das Fort (17. Jahrhundert) auf dem Stadtplatz hat eine sehr schöne Architektur. Ansonsten gibt es hier noch das German Post Office Museum und das Swahili House Museum.  Der Stadtplatz vor dem Fort ist der ”Treffpunkt”: es ist interessant Leute und Esel (die frei herumlaufen) zu beobachten. Was viele Touristen leider verpassen, ist eine Wanderung ins Hinterland von Lamu. Wir, vom JamboHouse Lamu, bieten insgesamt drei Wanderungen zwischen 2 und 6 Stunden für unsere Gäste an.

Sonnenuntergang

Im Hinterland selbst wird etwas Landwirtschaft betrieben (Palmen, Mangos, Cashew Nuts) und man sieht Sanddünen. Wer fit ist kann nach Matondoni gehen. Dieser Ort ist bekannt für die Herstellung von Dhows  (traditionellen Boote) und Körben und Matten, die aus Palmenblättern geflochten werden.

Die Insel Lamu wäre aber nicht komplett ohne den wunderschönen Shela Beach.  Für mich ist das einer der schönsten Strände Kenias. Shela Beach ist ein 13 Km langer Strand mit Sanddünen, der NIE überlaufen ist.

Shela Beach

Wenn man etwas die Sanddünen hochsteigt, hat man einen wunderschönen Blick zum Shela Beach und auf die gegenüberliegende Insel Manda. Der Ort Shela selbst ist kleiner, moderner und mit vielen schönen restaurierten Häusern, die meist Ausländern gehören.

Gegenüber der Insel Lamu befindet sich die Insel Manda. Dort gibt es einen wunderschönen Strand von wo aus man einen herrlichen Blick zu den Sanddünen vom Shela Beach hat.

Shela Beach

Am Manda Beach befinden sich ein paar Luxushotels und private Villen. Auf der Insel Manda befinden sich auch die sehenswerten Takwa Ruins. Alleine die Anfahrt mit einer Dhow durch Mangroven-Kanäle ist beindruckend. Es sind Ruinen aus dem 16. Jahrhundert mit alten Baobab Bäumen. Wenn man mit dem Führer zu dem Aussichtspunkt oberhalb der Ruinen geht, hat man einen sehr schönen Blick zum Takwa Beach und zum offenen Meer.

Etwas nördlich von der Insel Manda befindet sich die kleine Insel Manda Toto:  das ist ein wunderschöner Tagesausflug zum Schnorcheln (von Mitte September bis etwa Mitte April).

Manda Toto
Nördlich schließt sich die Insel Pate an. Diese Insel ist touristisch wenig erschlossen. Es gibt zwar tägliche Fährverbindungen mit einheimischen Booten, aber Übernachtungen sind nur in sehr einfachen Pensionen möglich. Der Hauptort ist Pate mit schönen alten Häusern.  Um den Ort herum gibt es ein paar Ruinen und Bananen- und Tabakplantagen. Der Ort Siyu in der Nähe hat ein sehr schönes, allerdings baufälliges, Fort und ein paar Ruinen zu bieten.

Siyu

Der Ort Faza ist ringsherum von Wasser umschlossen.  Von dort kommt man in etwa einer Stunde zu Fuß (oder mit einem Motorrad-Taxi) nach Kizingitini. Die Seafront von diesem Ort schaut richtig exotisch aus mit Palmen, Häusern mit Makuti-Dach der Moschee und  den Dhows die hier ankern. Kizingitini ist ebenso bekannt für Lobsterfischerei.

Kizingitini

Gegenüber befindet sich die Insel Kiwayu. Ich habe bis jetzt leider nur einen Tagesausflueg mit Gästen dorthin unternommen. Es gibt hier wunderschöne Strände, gutes Schnorcheln und sehr schön Sonnenauf- und Untergänge.

Kiwayu

Auf der Insel Lamu gibt es jedes Jahr mehrere Festivals. Zwischen dem 25. und dem 30. November findet das diesjähriges Lamu Culture Festival bereits zum 15. Mal statt. Dort werden Bootsregatten, Eselsrennen, traditionelle Tänze und vieles mehr ausgetragen. Ende Dezember wird dann das Maulidi Festival stattfinden. Dabei wird der Geburtstag des Propheten Mohammed gefeiert. Die Veranstaltungen sind ähnlich, allerdings werden dann noch einige islamische Wettbewerbe im Programm sein und eine große Prozession zur Riyadha Moschee. Am 6. Februar 2016 wird dann in Shela das Hutfestival ausgetragen. Dabei werden die originellsten Hüte prämiert. Und Mitte März 2016 findet wieder das Lamu Yoga Festival statt, das in den bisherigen beiden Jahren einen großen Zuspruch fand.

In ein paar Tagen beginnt für unsere muslimischen Freunde der Heilige Fastenmonat Ramadhan. Es ist immer eine spezielle Atmosphäre. Man sieht Muslime vor ihren Geschäften sitzen, die den Koran lesen. Der Obst- und Gemüsemarkt platzt dann aus allen Nähten und breitet sich bis zum Stadtplatz (Mkunguni) vor dem Fort aus.

Lamu

Am Nachmittag werden in den Straßen kleine Leckereien (Samosas, Kebabs, Bajias, Kokosnuß-Brot,…) verkauft, was die Muslime zum “Fastenbrechen” essen. Touristen (oder Nicht-Muslime) müssen nicht fasten – es gibt ein paar wenige Restaurants, die während dem Ramadhan tagsüber geöffnet haben. Außerdem gibt es auch einen Pizza-Service auf Lamu.


Arnold Starosczyk (Jambo House) Jambo Logo

Arnold Starosczyk ist Eigentümer und Betreiber des Jambo House, eines Gästehauses auf der Insel Lamu. Alle hier veröffentlichten Fotos (c) Arnold Starosczyk / Jambo House.