Mein Leben auf Lamu

Ein Beitrag von Arnold Starosczyk (Lamu). Heute möchte ich die Inselgruppe LAMU vorstellen. Ich selbst lebe seit 7 Jahren dort, betreibe mit JamboHouse Lamu ein kleines Guesthouse in Lamu Stadt. Für mich ist die Insel Lamu immer noch eines des faszinierendsten Reiseziele: wir haben hier eine einzigartige Kultur (Lamu ist der älteste besiedelte Ort der gesamten Ostafrikanischen Küste), es gibt traumhafte Strände, frisches und günstiges Seafood, die frisch gepressten Fruchtsäfte sind bekannt und die Leute sind sehr freundlich. Die Bevölkerung ist zu etwa 80 % muslimisch.

Der Flugplatz von Lamu befindet sich auf der Nachbarinsel Manda. Von Nairobi und Malindi gibt es täglich Flugverbindungen nach Lamu. Schon der Anflug auf Lamu bietet erste wunderschöne Blicke.

Lamu aus der Luft

Auf der 10-minütigen Bootsfahrt nach Lamu Stadt hat man schon die ganze Seafront im Blick.

Lamu Seafront

Die Altstadt von Lamu ist seit dem Jahre 2001 UNESCO Weltkulturerbe.

Altstadt von Lamu

Der ganze Transport wird hier mit Eseln oder Handkarren abgewickelt. Da die Gassen von Lamu sehr eng sind (unsere “Hauptstraße” ist an einigen Stellen nur etwa 2 m breit!), gibt es hier auch nur etwa 5 Autos und einige Motorräder. Welche Bedeutung die Esel auf Lamu haben, zeigt u. a. dass es hier ein Esels-Krankenhaus gibt und einmal im Jahr findet ein Schönheitswettbewerb für Esel statt.

Schönheitswettbewerb für Esel

In Lamu Stadt gibt es insgesamt 4 Museen, wobei das Lamu Museum wirklich sehenswert ist.

Lamu Museum

Das Fort (17. Jahrhundert) auf dem Stadtplatz hat eine sehr schöne Architektur. Ansonsten gibt es hier noch das German Post Office Museum und das Swahili House Museum.  Der Stadtplatz vor dem Fort ist der ”Treffpunkt”: es ist interessant Leute und Esel (die frei herumlaufen) zu beobachten. Was viele Touristen leider verpassen, ist eine Wanderung ins Hinterland von Lamu. Wir, vom JamboHouse Lamu, bieten insgesamt drei Wanderungen zwischen 2 und 6 Stunden für unsere Gäste an.

Sonnenuntergang

Im Hinterland selbst wird etwas Landwirtschaft betrieben (Palmen, Mangos, Cashew Nuts) und man sieht Sanddünen. Wer fit ist kann nach Matondoni gehen. Dieser Ort ist bekannt für die Herstellung von Dhows  (traditionellen Boote) und Körben und Matten, die aus Palmenblättern geflochten werden.

Die Insel Lamu wäre aber nicht komplett ohne den wunderschönen Shela Beach.  Für mich ist das einer der schönsten Strände Kenias. Shela Beach ist ein 13 Km langer Strand mit Sanddünen, der NIE überlaufen ist.

Shela Beach

Wenn man etwas die Sanddünen hochsteigt, hat man einen wunderschönen Blick zum Shela Beach und auf die gegenüberliegende Insel Manda. Der Ort Shela selbst ist kleiner, moderner und mit vielen schönen restaurierten Häusern, die meist Ausländern gehören.

Gegenüber der Insel Lamu befindet sich die Insel Manda. Dort gibt es einen wunderschönen Strand von wo aus man einen herrlichen Blick zu den Sanddünen vom Shela Beach hat.

Shela Beach

Am Manda Beach befinden sich ein paar Luxushotels und private Villen. Auf der Insel Manda befinden sich auch die sehenswerten Takwa Ruins. Alleine die Anfahrt mit einer Dhow durch Mangroven-Kanäle ist beindruckend. Es sind Ruinen aus dem 16. Jahrhundert mit alten Baobab Bäumen. Wenn man mit dem Führer zu dem Aussichtspunkt oberhalb der Ruinen geht, hat man einen sehr schönen Blick zum Takwa Beach und zum offenen Meer.

Etwas nördlich von der Insel Manda befindet sich die kleine Insel Manda Toto:  das ist ein wunderschöner Tagesausflug zum Schnorcheln (von Mitte September bis etwa Mitte April).

Manda Toto
Nördlich schließt sich die Insel Pate an. Diese Insel ist touristisch wenig erschlossen. Es gibt zwar tägliche Fährverbindungen mit einheimischen Booten, aber Übernachtungen sind nur in sehr einfachen Pensionen möglich. Der Hauptort ist Pate mit schönen alten Häusern.  Um den Ort herum gibt es ein paar Ruinen und Bananen- und Tabakplantagen. Der Ort Siyu in der Nähe hat ein sehr schönes, allerdings baufälliges, Fort und ein paar Ruinen zu bieten.

Siyu

Der Ort Faza ist ringsherum von Wasser umschlossen.  Von dort kommt man in etwa einer Stunde zu Fuß (oder mit einem Motorrad-Taxi) nach Kizingitini. Die Seafront von diesem Ort schaut richtig exotisch aus mit Palmen, Häusern mit Makuti-Dach der Moschee und  den Dhows die hier ankern. Kizingitini ist ebenso bekannt für Lobsterfischerei.

Kizingitini

Gegenüber befindet sich die Insel Kiwayu. Ich habe bis jetzt leider nur einen Tagesausflueg mit Gästen dorthin unternommen. Es gibt hier wunderschöne Strände, gutes Schnorcheln und sehr schön Sonnenauf- und Untergänge.

Kiwayu

Auf der Insel Lamu gibt es jedes Jahr mehrere Festivals. Zwischen dem 25. und dem 30. November findet das diesjähriges Lamu Culture Festival bereits zum 15. Mal statt. Dort werden Bootsregatten, Eselsrennen, traditionelle Tänze und vieles mehr ausgetragen. Ende Dezember wird dann das Maulidi Festival stattfinden. Dabei wird der Geburtstag des Propheten Mohammed gefeiert. Die Veranstaltungen sind ähnlich, allerdings werden dann noch einige islamische Wettbewerbe im Programm sein und eine große Prozession zur Riyadha Moschee. Am 6. Februar 2016 wird dann in Shela das Hutfestival ausgetragen. Dabei werden die originellsten Hüte prämiert. Und Mitte März 2016 findet wieder das Lamu Yoga Festival statt, das in den bisherigen beiden Jahren einen großen Zuspruch fand.

In ein paar Tagen beginnt für unsere muslimischen Freunde der Heilige Fastenmonat Ramadhan. Es ist immer eine spezielle Atmosphäre. Man sieht Muslime vor ihren Geschäften sitzen, die den Koran lesen. Der Obst- und Gemüsemarkt platzt dann aus allen Nähten und breitet sich bis zum Stadtplatz (Mkunguni) vor dem Fort aus.

Lamu

Am Nachmittag werden in den Straßen kleine Leckereien (Samosas, Kebabs, Bajias, Kokosnuß-Brot,…) verkauft, was die Muslime zum “Fastenbrechen” essen. Touristen (oder Nicht-Muslime) müssen nicht fasten – es gibt ein paar wenige Restaurants, die während dem Ramadhan tagsüber geöffnet haben. Außerdem gibt es auch einen Pizza-Service auf Lamu.


Arnold Starosczyk (Jambo House) Jambo Logo

Arnold Starosczyk ist Eigentümer und Betreiber des Jambo House, eines Gästehauses auf der Insel Lamu. Alle hier veröffentlichten Fotos (c) Arnold Starosczyk / Jambo House.