Lamu – Insel der Festivals

Ein Beitrag von Arnold Starosczyk (Lamu). Über das ganze Jahr verteilt gibt es verschiedene Feste auf der Insel Lamu: Das bekannteste davon ist das Lamu Cultural Festival, das heuer bereits zum 16. Mal stattfinden wird.

Ende Dezember (gleich nach Weihnachten) wird das Maulidi Festival gefeiert. Dieses ist zu Ehren des Geburtstags des Propheten Mohamed. Es ist etwas ähnlich wie das Cultural Festival aber mit einem mehr religiösen Hintergrund. Da gibt es u. a. auch Wettbewerbe zum Rezitieren des Korans, eine Prozession zur Riyadha Moschee, Henna-Wettbewerbe oder Bao Game (traditionelles Brettspiel). Am 1. Januar findet dann das traditionelle Dhow Race in Shela statt. Auch das ist sehr beeindruckend, vor allem wenn man die Sanddünen etwas hochsteigt und sieht, wie alle Boote auf dem Kanal zwischen Shela und Manda segeln. Als ich dieses Rennen zum ersten Mal erlebte, hatte ich mich wie ins Mittelalter zurückversetzt gefühlt.

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Anfang März 2017 wird  das Lamu Yoga Festival bereits zum 3. Mal abgehalten. In den vergangen beiden Jahren ist es sehr gut angekommen.  Die Veranstalter lassen sich auch immer sehr viel einfallen: da gibt es z. B. eine Yoga Session zum Sonnenaufgang am Shela Beach oder auch auf einem Surfboard im Wasser.

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Heute möchte ich jedoch über das Lamu Cultural Festival berichten. Dieses Jahr wird es zwischen dem 10. und 13. November abgehalten. Die faszinierendsten Veranstaltungen sind Bootsregatten. Etwa 15 Große Dhows segeln Richtung Festland, dann zurück nach Lamu, weiter Richtung der Insel Manda bevor dann das Ziel in Lamu ist. Interessant zum Beobachten sind auch die Wendemanöver. Da wird um jeden Meter bzw. den optimalen Kurs gekämpft, manchmal kentern leider auch mal Boote. Nach dem Zieleinlauf wird dann richtig gefeiert: jeder will auf das Siegerboot aufspringen, manche klettern den Mast hoch. Das Bootsrennen kann man am Besten von der Seafront aus beobachten, man kann aber auch mit kleinen Motorbooten dem Rennen folgen. Wie war doch gleich nochmal der Spruch von einem Sportsender vor langer Zeit in Deutschland? Mittendrin statt nur dabei!

Ein weiteres Highlight sind die Eselsrennen entlang der Seafront. Da wird alles gegeben, nur manchmal kommt es aber auch vor, dass der Esel nicht so will und er den Reiter abwirft.

Abends finden auf dem Mkunguni (Stadtplatz vor dem Lamu Fort) und an der Seafront traditionelle Tänze statt. Zusätzlich gibt es noch Ausstellungen im Lamu Fort, ein Fußballturnier, einen Schwimmwettbewerb und einiges mehr.

Während der Festivals platzt die Stadt aus allen Nähten: Hotels sind ausgebucht und das kenianische Fernsehen macht abends Live-Schaltungen. Und auch das Kenya Tourism Board ist mit von der Partie!

JamboHouse Lamu ist 3 Minuten vom Stadtplatz mit dem Lamu Fort entfernt. Gäste können den Sonnenaufgang von unserem neuen Top Roof sehen und dann, nach einem guten Frühstück, das Festival genießen.


Arnold Starosczyk (Jambo House) Jambo Logo

Arnold Starosczyk ist Eigentümer und Betreiber des Jambo House, eines Gästehauses auf der Insel Lamu. Alle hier veröffentlichten Fotos (c) Arnold Starosczyk / Jambo House.


Kenias Küste zwischen Mombasa und dem Tana-Fluss. Teil 3 von 3: Watamu

Im ersten Teil unseres Blog-Artikels über unsere Pressereise an die Küste Kenias haben wir über die Anreise und den ersten Tag in Mombasa berichtet. Im zweiten Teil haben wir unseren Lesern die Delta Dunes Lodge im Tana Delta vorgestellt.

Nach zwei Tagen im Tana-Delta fuhren wir über Malindi zurück nach Süden und erreichten kurz nach Mittag Watamu, eine ruhige Ferienregion, die von Malindi im Norden rund 20 Minuten, bzw. von Mombasa im Süden rund zwei Stunden Fahrtzeit entfernt ist. Wir bezogen Quartier in Medina Palms.

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Poollandschaft in Medina Palms. Foto (c) Birger Meierjohann

Es handelt sich bei Medina Palms um kein Hotel im eigentlichen Sinne, sondern um eine Anlage von Privatvillen- und Apartments, erbaut im omanischen Stil, in die man sich als Investor einkaufen kann. Das Management von Medina Palms verwaltet die Anlage und vermietet an Urlaubsgäste. Man kann sein Essen sowohl in der eigenen Küche zubereiten (bzw. zubereiten lassen) und beispielsweise auf der eigenen Dachterrasse essen oder das Restaurant nutzen. Der Strand von Watamu gilt als einer der schönsten Strände Afrikas. Daher stutzen einige von uns beim Anblick des angeschwemmten Seegrases. Max Cheli, der General Manager von Medina Palms, klärte uns auf: Das Seegras wird vor allem in den Monaten Mai bis Juli angespült, die ohnehin als Nebensaison gelten. Das Seegras ist ein wichtiges Element des Ökosystems und schützt vor Stranderosion. Da die Küste vor Watamu Meeresnationalpark ist, wird das Seegras nie künstlich entfernt. Man wartet einfach, bis sich die Strömungen ab Juli wieder ändern, die Wellen das Grünzeug wegwaschen und für die nächsten Monate einen puderweißen Sand hinterlassen.

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Am Strand von Watamu. Foto (c) Birger Meierjohann

Am Nachmittag besuchten wir noch die nahegelegenen Ruinen von Gede. Die Mauern dieser Swahili-Stadt wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt, nachdem sie im 17. Jahrhundert aus unbekannten Gründen verlassen wurde. Etliche Mythen ranken sich um diese im Wald versunkene Stätte und auch uns erzählte man hinter vorgehaltener Hand einige Schauergeschichten. Während der Führung durch die Ruinen konnten wir neben den Affen, die heute die unumstrittenen Herrscher von Gede sind, im dichten Unterholz noch zwei Buschböcke entdecken. Das skurrilste Tier, welches hier und im benachbarten Arabuko-Sokoko-Forest lebt, nämlich das Rüsselhündchen, eine fast hasengroße Elefantenspitzmaus, blieb uns leider verborgen.

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In den Ruinen von Gede. Foto (c) Birger Meierjohann

In direkter Nachbarschaft zu den Ruinen wird zudem das Kipepeo Project, eine Schmetterlingszucht betrieben: Kleinbauern der Umgebung sammeln im Wald Schmetterlingspuppen, welche in den Einrichtungen von Kipepeo gesammelt werden. Die geschlüpften Schmetterlinge werden gewinnbringend an Schmetterlingshäuser in aller Welt verkauft. Es handelt sich dabei um keinen Raubbau, sondern um nachhaltige Nutzung: Durch die sorgfältige Aufzucht im Schmetterlingshaus schlüpfen viel mehr Schmetterlinge als in der freien Natur. Das Kipepeo Project möchte so erreichen, dass das intakte Ökosystem einen Wert bekommt: Arabuko Sokoke ist eines der letzten großen Waldgebiete, welche sich früher die gesamte ostafrikanische Küste entlangzogen. Der Wald ist bedroht durch Holzeinschlag, Holzkohleproduktion, Wilderei und Rodung für Ackerbau. Umso wichtiger ist die Schaffung alternativer Einkommensquellen wie der Schmetterlingszucht, für die ein intakter Wald einen Wert darstellt.

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Schmetterling im Kipepeo Project. Foto (c) Birger Meierjohann

In Watamu gibt es viele weitere Beispiele von lokalen Projekten. Ein weiteres haben wir am nächsten Tag besucht, nämlich den Crab Shack in Dabaso, weniger Kilometer von Watamu entfernt am Rande des Mida Creek. Der Mida Creek ist ein 32 km² großer, von Mangroven gesäumter Meeresarm, welcher tief ins Landesinnere hineinragt. Im Örtchen Mida begann man schon früh damit, Stege einzurichten, über die Touristen die Mangroven erkunden konnten. Andere Orte am Creek, die weniger gut erreichbar waren, hatten diese Möglichkeit nicht und entsprechend wenig Motivation, auf den Schutz der Mangroven acht zu geben. Die Kommune von Dabaso entwickelte daher zusammen mit dem Kenya Forestry Service ein Konzept, in den Mangroven ein kleines Restaurant auf Stelzen einzurichten. Serviert wird frisches, lokales Seafood! Es wird empfohlen, mindestens einen Tag vorher telefonisch zu reservieren. Die beste Zeit für ein Essen im Crab Shack ist der Abend, wenn man den Sonnenuntergang über den Mida Creek genießen kann. Was perfekt kombinierbar ist mit einer ebenfalls vor Ort angebotenen Bootsfahrt nach Kirepwe Island mit Besuch in einem Giriama-Dorf. Aus Zeitgründen waren wir „nur“ für ein Mittagessen im Crab Shack, aber dennoch begeistert.

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In den Mangroven auf Stelzen erbaut: Der Crab Shack in Dabaso. Foto (c) Ramon Schack

Nur ein paar Minuten entfernt besuchten wir nach dem Mittagessen die kommunale Recycling-Station der Watamu Marine Association (WMA). Steve Trott erklärte uns, wie an den Stränden Ostafrikas je nach Region, Jahreszeit und Tide zeitweise große Mengen Plastikmüll aus dem Indischen Ozean angespült werden. Nur zum kleinen Teil Müll aus Kenia selbst – viel mehr aus den Golfstaaten, aus Indien und sogar Malaysia und Thailand. Ich selbst hatte am Vortag eine Wasserflasche mit malaysischem Etikett gefunden! In Watamu und anderen Orten (darunter auch Delta Dunes) werden regelmäßige „Beach clean-ups“ durchgeführt und angeschwemmter Plastikmüll gesammelt. Außerdem fällt in einem Urlaubsort wie Watamu überproportional viel Plastikmüll in der Hotellerie an. Hier in Dabaso wird dieser Müll nach Material und Farbe getrennt und gewinnbringend als Rohstoff an Industrien in Mombasa verkauft.

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Recycling-Zentrum der Watamu Marine Association. Foto (c) Birger Meierjohann

Eine win-win-Situation ist z.B. die Produktion von Zaunpfählen: Zum einen wird das Plastik dem Meer entnommen, zum anderen wird weniger Holz verbraucht, also weniger Bäume gefällt – und dabei auch noch Geld verdient. Besonders beeindruckend fanden wir, wie Glas- und Plastikflaschen beim Häuserbau in die Wände eingearbeitet werden, wodurch Steine, Zement und andere Baustoffe gespart werden. Das Recycling-Projekt von Dabaso zeigt noch zahlreiche weitere Methoden der Abfallverwertung und wir hoffen sehr, dass diese Beispiele Schule machen und in anderen Teilen Kenias und der Welt Anwendung finden.

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Steve Trott von der WMA erklärt das Projekt. Foto (c) Birger Meierjohann

Nach dem Besuch des Recycling-Projekts wechselten wir noch einmal unsere Unterkunft. Das Los entschied: Zwei von uns kamen ins Watamu Tree House, vier ins Aragon House, eine private Villa. Beide Unterkünfte waren grundverschieden: Das Watamu Treehouse ist ein Boutiquehotel in zwei, in einem verspielten, an eine Mischung aus Hundertwasser und orientalischem Stil erbauten Türmen mit nur 7 Zimmern.

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Eines der originellsten Hotels in Watamu. Foto (c) Watamu Treehouse

Der Eigentümer, der Amerikaner Paul Krystall, ist Yoga-Lehrer und bietet auf der Dachterrasse des Treehouse Yoga-Stunden an. Er selbst war zwar außer Landes, aber auch bei seinem Mitarbeiter waren wir in besten Händen. Manche würden die Frage stellen: Yoga in Kenia? Wir sagen: Warum eigentlich nicht? Kenias große Stärke war schon immer Weltoffenheit, Facettenreichtum und Raum für Überraschung. Wir haben unsere erste Yoga-Stunde auf jeden Fall genossen.

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Yoga im Watamu Treehouse. Mehr dazu bald auf http://www.silviaschreibt.de. Danke an Silvia für das Modell stehen. Foto (c) Birger Meierjohann

Ein weiteres Highlight war das Abendessen: Nach dem Konzept des Hause nur gesunde und frische Zutaten, ohne viel Fett, Salz und Zucker zubereitet. So bekömmlich isst man selten. Soft Drinks und Alkohol wird nicht serviert, aber es wäre kein Problem, eigene Getränke mitzubringen. Zur Übernachtung kehrten vier von uns, darunter auch ich, ins zu Fuß 10 Minuten entfernte Aragon House zurück. Unsere Villa verfügt über vier Schlafzimmer und einen Infinity-Pool mit Meerblick, aber zu Fuß einige Minuten vom Strand entfernt.

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Aragon House bei Watamu. Foto (c) Birger Meierjohann

Das Aragon House wird von Watamu Property Services verwaltet. Wie uns der Geschäftsführer Ivor Engel erklärte, kümmert sich sein Unternehmen um die Vermietung von rund 40 Villen und Appartements in Watamu an Feriengäste. Die Eigentümer dieser Häuser leben in den meisten Fällen im Ausland, teilweise auch in Nairobi, und sind darum einen großen Teil des Jahres nicht vor Ort. Durch die Weitervermietung ist es den Eigentümern zudem möglich, ihrem Hauspersonal dauerhafte Beschäftigung zu bieten. Uns wurde am Morgen der Abreise noch ein leckeres Frühstück auf der Terrasse zubereitet.

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Frühstück im Aragon House. Foto (c) Birger Meierjohann

Am Abreisetag erwartete uns dann ein letztes Highlight, bevor wir wieder die Rückfahrt in Richtung Flughafen antraten: Nämlich der Besuch des Local Ocean Trust, einem Projekt, welches sich für den Schutz der Meeresschildkröten an der kenianischen Küste einsetzt. Obwohl der Lebensraum für Meeresschildkröten gerade in Watamu mit ausgedehnten Seegraswiesen, Korallenriffen und den Mangrovenwäldern am Mida Creek optimal ist, sind die Schildkröten zunehmend bedroht: Sowohl durch die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik, welches oft versehentlich verschluckt, aber nicht verdaut werden kann, als auch durch Wilderei. An Kenias Küste werden Schildkröten selten gezielt gejagt, aber es kommt durchaus vor, dass Fischer eine Schildkröte in ihrem Netz finden und aufgrund ihres Fleisches schlachten. Der Panzer der Unechten Karettschildkröte ist zudem begehrt, da sich aus ihm Schmuck herstellen lässt. Der Local Ocean Trust hat ein Programm entwickelt, welches Fischern einen finanziellen Ausgleich bietet, wenn sie den versehentlichen Fang einer Schildkröte melden. Mitarbeiter des Local Ocean Trust kümmern sich dann darum, die Schildkröte abzuholen und vorübergehend in der Station in Watamu einzuquartieren.

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Grüne Meeresschildkröte unter Beobachtung in der Station des Local Ocean Trust. Foto (c) Birger Meierjohann

Jede Schildkröte wird untersucht, gemessen, gewogen und markiert und im besten Fall am Folgetag wieder ins Meer entlassen. Wenn die Schildkröte verletzt oder krank ist, bleibt sie bis zur Genesung in der Station. Da der Local Ocean Trust alleine durch Spenden finanziert wird, freut man sich über jeden Beitrag.

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Der  Local Ocean Trust freut sich über Unterstützung. Foto (c) Birger Meierjohann

Bei unserem Besuch war gerade eine ausgewachsene Grüne Meeresschildkröte („Suppenschildkröte“) und eine nur wenige Wochen alte Unechte Karettschildkröte zur Beobachtung vor Ort. Unser großes Glück war nun, dabei sein zu dürfen, wie die Grüne Meeresschildkröte am Strand von Watamu wieder ins Meer entlassen wurde.

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Grüne Meeresschildkröte auf dem Weg zurück ins Meer. Foto (c) Birger Meierjohann

Der perfekte Abschluss für eine abwechslungsreiche Reise zwischen Mombasa und dem Tana-Delta.

Einen weiteren Bericht über Watamu findet Ihr, verfasst von der Bloggerin Silvia Tichler, auf www.silviaschreibt.de, sowie auch von Lukas Charwat auf www.chaluk.com.


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Birger Meierjohann bereist Kenia seit 1994. Seit 2007 ist er Verantwortlicher für Pressearbeit bei der Vertretung des Kenya Tourism Board für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Mettmann bei Düsseldorf.


Kenias Küste zwischen Mombasa und dem Tana-Fluss. Teil 2 von 3: Im Delta des Tana-Flusses

Im ersten Teil unseres Blog-Artikels über unsere Pressereise an die Küste Kenias haben wir über die Anreise und den ersten Tag in Mombasa berichtet.

Am Folgetag brachen wir morgens auf in Richtung Tana-Delta. Wir passierten den Mtwapa Creek, die Sisalplantagen von Vipingo, den Kilifi Creek und den Arabuko Sokoke Forest, bis wir mittags am Nakumatt-Einkaufszentrum in Malindi eine kurze Mittagspause einlegten.

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Fahrt über die Brücke am Kilifi Creek

Danach ging es weiter. Erst überquerten wir den Sabaki-River, dann fuhren wir an zahlreichen Flachen Salinenbecken vorbei, an denen Meersalz gewonnen wird. Kleinere Gruppen von Flamingos suchten im Wasser stakend nach Nahrung.

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Salzgewinnung nördlich von Malindi

Gut eine Stunde hinter Malindi wurden wir an einer Abzweigung erwartet: Richard Corcoran, der Betreiber der Delta Dunes Lodge, stand mit seinem Geländewagen bereit, um uns den Weg zu unserer nächsten Unterkunft zu weisen. Wir fuhren durch immer trockenere und dünner besiedelte Landschaft, bis wir schließlich das grüne Schwemmland des Tana River erreichten, des längsten Flusses Kenias. Unser Fahrzeug konnten wir am Ufer eines kleinen Flussarmes zurücklassen. Mit unserem Gepäck bestiegen wir ein Boot und erreichten nach rund 15 Minuten die Delta Dunes Lodge.

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Offenes Zimmer in der Delta Dunes Lodge

Die Lodge liegt im Mündungsbereich des Tana-Flusses innerhalb des 50.000 ha großen Lower Tana Delta Community Conservancy. Das Delta selbst ist ein Gewirr aus zahllosen Flussarmen, Mangrovensümpfen, Schwemmland und Dünen, welche sich durch die Kraft des Flusses und der Gezeiten fortlaufend verändert.

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Morgenstimmung in den Dünen

Im Delta lebt so ziemlich alles, was die afrikanische Tierwelt zu bieten hat, allerdings ist Tierbeobachtung aufgrund des unwegsamen Geländes schwierig. Bei Bootsfahrten auf den Mündungsarmen des Tana konnten wir zahlreiche Wasservögel beobachten.

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Der Graufischer ist die häufigste Eisvogelart in Ostafrika

Auch ein Flusspferd bekamen wir zu Gesicht, allerdings halten sich diese Dickhäuter ebenso wie Krokodile lieber etwas weiter flussaufwärts auf, wo das Flusswasser nicht mehr so salzig ist wie an der Mündung. Darum kann im (salzigen) Mündungsbereich direkt an der Lodge auch gefahrlos Wasserski oder Kajak gefahren werden.

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Das Tana-Delta ist die Heimat zahlreicher Flusspferde

Nachdem Richard bei unserer Tour mit dem Motorboot im Schlamm am Flussrand frische Fußabdrücke von Elefanten entdeckt hatte, versuchten wir, diese auf einem kleinen Fußmarsch aufzuspüren – leider vergeblich.

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Auf „Pirschfahrt“ mit dem Motorboot

Entschädigt wurden wir dafür mit überraschenden Tierbeobachtungen beim Abendessen: Die Lodge hat nämlich mit zwei Buschbabys und einer Ginsterkatze regelmäßige Gäste, die genau wissen, dass sie jeden Abend je ein Teller mit kleinen Stücken Banane (für die Buschbabys) und Fisch (für die Ginsterkatze) erwartet.

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Das Bushbaby holt sich sein Abendessen ab

Die Anziehungskraft von Delta Dunes stellt in erster Linie die Abgeschiedenheit inmitten ursprünglicher Wildnis dar. Man teilt sich Dutzende Kilometer Strand alleine mit der Handvoll anderer Gäste der Lodge, welche lediglich über 7 Zimmer verfügt, und einigen Fischern.

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Kilometerlange Dünen am Indischen Ozean

Bei dem Conservancy handelt es sich um kommunales Land der beiden Volksgruppen im Delta: Der Pokomo, welche traditionell Ackerbauern kommen und der Orma, einem Hirtenvolk mit Wurzeln in Äthiopien.

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Besuch in einem Dorf der Orma

Ein Gremium, bestehend aus Vertretern der lokalen Gemeinschaften und der Delta Dunes Lodge, verwaltet das Conservancy. Ziel ist es, die ursprüngliche Natur des Deltas zu erhalten und mit nachhaltiger Nutzung der Ressourcen Einkommen für die Lokalbevölkerung zu erzielen. Da eine so kleine Lodge niemals den Schutz eines so großen Gebietes finanzieren kann, werden weitere Einnahmequellen erschlossen, z.B. die Bienenzucht und Honigproduktion. Auch der Aufbau eines Betriebs zur Weiterverarbeitung von Mangos ist angedacht: Im Delta wachsen mehr Mango-Bäume als für den Eigenbedarf genutzt werden kann. Die Verbindung aus Naturschutz, Tourismus und nachhaltiger menschlicher Nutzung ist auf jeden Fall das große Anliegen des Conservancy.

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Fischerboot vor den Dünen des Tana Delta

Für Richard Corcoran, den Betreiber der Delta Dunes Lodge, ist das Ganze eine Herzenssache. Als Eigentümer von Liberty Kenya Safaris, einem der größten Reiseunternehmen in Kenia und weiterer Lodges in der Masai Mara, in Tsavo und in der Serengeti leistet er sich den „Luxus“, mit Hilfe der Delta Dunes Lodge einen Beitrag zur Erhaltung des Tana-Deltas zu erhalten. Selbst, wenn die Kosten z.B. für die Ausbildung, Gehälter und Ausrüstung der eigenen Wildhüter des Conservancies, die Einnahmen durch den Tourismus übersteigen. Dennoch betont Corcoran ganz klar: Das landesweit erfolgreiche Konzept der Conservancies, also die Zusammenarbeit lokaler Gemeinschaften und privater Investoren, ist auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen und die beste Form von Naturschutz außerhalb der staatlichen Nationalparks. Ohne die so erzielten Einkommen könne sich kein afrikanisches Land leisten, sein Naturerbe effektiv zu schützen. Jeder Safari-Urlauber leiste daher einen direkten Beitrag für die Erhaltung der afrikanischen Naturschätze.

Wenn Ihr unserem Reisebericht weiter folgen wollt, geht es hier zum dritten und letzten Teil, in dem wir über unseren Aufenthalt in Watamu erzählen.

Einen weiteren Bericht über die Delta Dunes Lodge findet Ihr, verfasst von der Bloggerin Silvia Tichler, auf www.silviaschreibt.de, sowie auch von Lukas Charwat auf www.chaluk.com.


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Birger Meierjohann bereist Kenia seit 1994. Seit 2007 ist er Verantwortlicher für Pressearbeit bei der Vertretung des Kenya Tourism Board für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Mettmann bei Düsseldorf.


Es war einmal auf einer kenianischen Insel…

Ein Bericht von Amina Sabel (Wasini / Südküste). Ich wachte bei früher Tagesdämmerung auf; das Geräusch von brechendem Geäst muss mich aus meinen Träumen geholt haben. Ich hob meinen Kopf nur leicht vom Kissen und spähte mit schläfrigen Augen durch das niedrige, nur mit Netz bespannte Fenster hinaus und da, in einem Abstand von nur wenigen Metern sehe ich einen Ducker, eine scheue Antilope, welche die kleinen Dikdiks nur um weniges an Höhe übertrifft, wie sie friedlich nach mir schaut. Wir beäugen uns noch ein paar Minuten… solche absolut lieblichen schwarzen Augen… solch ein edles Gesicht… und dann ließ ich mein müdes Haupt wieder aufs Kissen sinken, um noch ein wenig weiterzuschlummern.

Ducker

Nach einem herzhaften Frühstück mit frischgebrühtem kenianischen Kaffee, Eiern von freilaufenden Hühner, traditionellem Swahili-Gebäck und einer Auswahl an Früchten machten wir uns fertig, um zwischen den Korallen direkt vor dem Bootsanlegesteg zu schnorcheln. An diesem Morgen war Ebbe – ideal für diejenigen, die nicht so tief tauchen wollen. Es gibt sandigen Meeresboden, Stellen mit Seegras, und große Flächen von steinigem Untergrund – alle mit ihren spezifischen Bewohnern. Nirgends zuvor hatte ich so riesige, blaue Seesterne gesehen, die beim ersten Anblick wie alte Gummireste aussehen… aber ich persönlich mag doch die Walzenseesterne mit ihren roten Dornen mehr.

Seestern

Und dann die Korallen mit ihren farbenfrohen Fischbewohnern; einige Einzelgänger, die mich sehr interessiert anschauen, andere wiederum in dichten Schwärmen, die total beschäftigt scheinen und mich glattweg ignorieren…. ich werde wohl nie überdrüssig, dieses Naturschauspiel zu bewundern… und essbare Muscheln und Austern haben wir dabei auch entdeckt – frisch vom Meeresboden direkt auf den Tisch!

Muscheln

Dann ist es Zeit, ein bisschen auf der Sonnenliege auszuruhen. Es gibt doch nur wenige Dinge, die besser sind, als unter Palmen zu faulenzen und dabei frisches Kokosnusswasser zu trinken. Heute keine besonderen Vorkommnisse am Klippenstrand, nur zwei Diademmeerkatzen, die sich gegenseitig durch die hohen Äste über unseren Köpfen jagen während sie sich gegenseitig beschimpfen. Dann wieder friedliche Stille: ein Rackenvogel ruht auf der Klippe, um einen guten Blick auf die darunter schwimmenden Fische zu haben, ein Ausleger-Kanu segelt vorbei… in einiger Entfernung sind einige Fischer mit ihren Netzen beschäftigt… idyllisch, und die Worte „nicht von dieser Welt“ kommen mir in den Sinn!

Fischer

Aber die Zeit geht auch hier voran und es wird schon Zeit für ein leichtes Mittagessen. Die “Vibungala”, eine kleine Bananenart mit einem apfelähnlichen Geschmack, ist heute meine Lieblingszutat. Und dann ist auch schon Zeit, mich auf meine Swahili Beauty Session vorzubereiten: die Hennaspezialistin wird meine Haut als Leinwand verwenden und meine Arme und Beine kunstvoll mit orientalischen Motiven bemalen. Es ist in der Tat anstrengend, für gut eine Stunde seine Glieder in einer Position zu halten, so dass sie mit nichts in Berührung kommen, bis das Henna vollständig ausgetrocknet ist; eine Stunde, die durch Tratschen über Dinge von Kinder- bis zu Dorfangelegenheiten, aber doch wie im Fluge, vorbeigeht.

Henna

Und dann der krönende Abschluss: nachdem die trockene Hennapaste erst abgeschabt und dann abgewaschen wurde: die Wasini Spa-Behandlung mit frischem Saft der Aloe Vera! Dies hat nicht nur eine sehr beruhigende und pflegende Wirkung auf die Haut, sondern sorgt auch dafür, dass die Hennabemalung länger anhält. Und nach dem ganzen Prozedere fühle ich mich wie die Königin von Shaba selbst!

Aloe Vera

Für einen kleinen Bootsausflug langt die Zeit auch noch. Das kleine arabische Segelboot “Blue Whale” ist abfahrbereit am Bootssteg. Es ist jetzt Flut und wo heute Morgen trockener Meeresboden war, sind jetzt ca. 2 Meter tief Wasser! Der Wind kommt günstig vom Süden und wir können daher direkt nach Westen der untergehenden Sonne entgegen segeln, und danach zurück ohne auch nur ein einziges Mal den Außenbordmotor starten zu müssen. Eine tolle Atmosphäre: wir hören nur den Wind über die Segel streichen und das Geräusch des Wassers, wenn das Boot die Wellen auf und abfährt.

Blue Whale

Wir sehen Seeschwalben beim Fischfang – wahrscheinlich Sardinen – aber ansonsten bestaunen wir einfach die vorbeiziehenden Mangroven, die im orangenen Schein des zur Neige gehenden Tages getaucht sind, sehen Reiher in ihrem Geäst und ein Paar Schreiseeadler, die hoch über uns kreisen, bis die Sonne am Horizont in einer Wolkenschicht über den tansanischen Bergen versinkt.

Indischer Ozean

Zurück an Land und nach einer guten Dusche erwartet uns noch eine Überraschung: der alte Fischer, der die dicken, saftigen Mangrovenkrebse fängt, hat etwas von seinem heutigen Fang vorbeigebracht. Das Abendessen mit frischen Krebsen und den am Morgen gesammelten Muscheln und Austern – ein köstlicher Meeresfrüchte-Schmaus zum Abschluss eines perfekten Inseltages. Frühes Zubettgehen scheint genau richtig, denn morgen früh steht eine 5-km-Wanderung zum östlichen Ende der Insel auf dem Plan; eine Tour, die uns bei Ebbe entlang der nördlichen Küste und Affenbrotbaumwäldern führen wird, dann ein Besuch des abgelegenen Fischerortes “Mkwiro”, bevor wir wieder westwärts entlang der Südküste der Insel mit seinen Mangrovenwäldern und Kokosnussplantagen zu den Blue Monkey Beach Cottages zurückkehren werden.
Kokosplantage
Den morgigen Nachmittag haben wir uns freigehalten… evtl. Für Standup-Paddling? Ach nein, wir haben ja versprochen, bei der zweimonatlich stattfinden Strandreinigung des Wasini Youth Nature Club mitzuhelfen. Na ja, danach wird uns ein Abendschwimmgang doppelt gut tun!
Mangroven
Ein weiterer Tag liegt hinter uns auf dieser Insel, wo Solaranlagen die Hauptenergiequellen sind, ein Ort, an dem keine Klimaanlagen vor sich hinbrummen, ein Ort wo man noch pure Natur erleben kann und einen Blick in die Vergangenheit erhält, wie die Inselbewohner hier vor einem Jahrzehnt, oder vielleicht sogar einem Jahrhundert gelebt haben. Nur damals gab es natürlich noch keine Mobiltelefone und keine Digitalkameras, um die beeindruckenden Ansichten festzuhalten und per Internet mit dem Rest der Welt zu teilen…naja, zum Glück hat sich das hier geändert – und der Rest ist geblieben, wie er war!


Amina Sabel

Amina Sabel, hier mit ihrem Mann Feisal abgebildet, ist Miteigentümerin des Wasini Travel Guide, der Blue Monkey Beach Cottages und Banda Mlimani. Sie ist Gründungsmitglied der Wasini Boat Operators und des Wasini Youth Nature Clubs.


Andere Länder, gleiche Sitten

Ein Bericht von Olaf Grothey (Kilifi). Kenianische Freunde von mir waren vor einiger Zeit für ein Wochenende in einem Hotel am Diani Beach. Es war Nebensaison und damit die Hotels recht leer. Als sie nach anstrengender Nacht, morgens, eigentlich war es schon früher Mittag, den Frühstückssaal betraten – gähnende Leere. Bis auf einige wenige Tische bestand freie Auswahl, so dachten sie zumindest. Also stellten sie ihre Strandausrüstung an einem Tisch ab und machten sich auf zum Buffet. Zuerst Omelette bestellen, dann Obst, Saft holen usw.

Kenya (204)

Als sie die ersten Teller zu ihrem Tisch bringen wollten,  wartete mit in den Hüften gestemmten Händen, ein teutonisches Ehepaar auf sie. Die Kommunikation gestalte sich recht schwierig, da die eine Seite nicht richtig Englisch sprach und die andere kein Deutsch verstand. Nach einigen Minuten ununterbrochenem Redeschwall und deutlichen Gesten, erkannten meine Freunde, dass sie unvorsichtigerweise das Revier eines deutschen Touristen betreten hatte. Sie wussten nicht genau warum, aber irgendwie erhoben diese Anspruch auf den Tisch. Voller Unverständnis versuchten sie klar zu machen, dass es weder eine Tischreservierung gab, darüber hinaus ja 90% der Tische nicht beleg seien und sie nun mal zuerst da gewesen seien. Dieses scheinheilige Argument zog aber gar nicht. Das Gezeter ging nun erst recht los, man sei immerhin schon eine Woche hier, dies sei ihr Tisch und Überhaupt was falle ihnen überhaupt ein?

Kurz bevor es zu den ersten Handgreiflichkeiten kam, erschien ein durch das Geschrei alarmierter Kellner. Dieser erklärte  nun meinen Freunden unter Augenrollen, Achselzucken, Gestenreich und in Suaheli, dass diese deutschen Touristen vom ersten Tag ihres Urlaubs sich diesen Tisch ausgesucht hatten. Und zwar zum Frühstück, zum zweiten Frühstück, zum Mittag, zum Kaffee, zum Abendessen und zur Abendveranstaltung. Auch ihre neue Urlaubsbekanntschaft drei Tische weiter würde sich so verhalten und ihren Tisch nicht verlassen. Das mache zwar die Kommunikation etwas schwierig, da man beim Austausch der Tagesereignisse die Stimme erheben müsse um die anderen Tische zu überstimmen aber jeder hat nun mal seinen angestammten Platz. Achselzuckend und unter bösen Blicken der Touristen suchten meine Freunde sich in einer möglichst weit entlegenen Ecke des riesigen Saals einen Tisch und konnten beobachten wie der der gewohnte Platz mit stolz geschwellter Brust und erhobener Stimme eingenommen wurde.

Aber das Unheil nahm weiter seinen Lauf, als man sich am Buffet wiedertraf. Dort stand der deutsche Tischeroberer akkurat in der Schlange, um sich ein Omelett zu bestellen. Als meine Freunde eintrafen, war ihr vor langer Zeit bestelltes Omelett schon fertig und sie wollten auf Geheiß des Kochs an der Schlange vorbei um es sich abzuholen. Aber nicht mit einem deutschen Touristen, so geht das nun gar nicht. Der machte erst einmal klar was deutsche Werte sind. Mit einem Ausfallschritt der jeden Bundesligastürmer zu Fall gebracht hätte, wurde der Weg versperrt. Körperhaltung, Augenrollen und Stimmlage ließen darauf schließen, dass es nun ganz eindeutig kein Spaß mehr sei und man bereit sei bis zum Äußersten zu gehen um seinen Platz in der Omelette Schlange zu verteidigen. So nicht, wo kommen wir denn da hin.

Erschrocken und sichtlich eingeschüchtert traten meine Freunde den Rückzug an. Irgendwie war ihnen auch der Appetit vergangen und sie wollten nur noch auf eine Liege am Strand. Was dort bei der Auswahl der Liege passiert ist und wie lange es gedauert hat bis sie aus dem Krankenhaus entlassen wurden, ist aber eine andere Geschichte.


Grothey

Olaf Grothey lebt eigentlich in Deutschland, verbringt die Wintermonate aber gerne in seinem eigenen Haus bei Kilifi.


Wie kann man auf einer kleinen kenianischen Insel glücklich sein?

Ein Bericht von Amina Sabel (Wasini / Südküste). Nachdem ich 3 Jahre ohne Unterbrechung als Abteilungsleiterin in den Niederlanden gearbeitet hatte, war mir klar, dass meine bevorstehende fünfwöchige Ostafrikareise einen großen Einfluss auf mein Leben haben würde – aber ich hatte keine Vorahnung, was sich tatsächlich zutragen würde. Also, so kam es, dass ich mich im Frühjahr 2010, nach einer wunderbaren Woche Campingsafari in Tansania und einigen darauffolgenden Tagen wohlverdienten Ausspannens in Tanga eine Entscheidung treffen musste, wo genau ich in den Indischen Ozean springen und meine geliebten Meeressäuger wieder treffen sollte. Die Mafia-Inseln oder die Insel Wasini, das war die große Frage! Beide Inseln sind authentisch, echt, nicht durch Geld und die üblichen touristischen Ansprüche verfälscht …. nun, ich nehme an, nur Gott allein weiß, warum ich mich schlussendlich für die Insel Wasini entschieden habe. Und dafür werde ich immer, immer dankbar sein.

Buckelwal vor dem Dorf Wasini / © www.wasini.net
Buckelwal vor dem Dorf Wasini / © http://www.wasini.net

An dieser Stelle muss ich einige sehr persönliche und romantische Aspekte meines ersten Aufenthalts überspringen – aber, wie dem auch sei, sechs Monate später hatte ich mein Bündel in den Niederlanden gepackt, landete mit meinen 25 kg Freigepäck in Kenia, heiratete meinen Mann und ließ mich unter einem Affenbrotbaum nieder. Nun, das letztere ist eher rhetorisch – der Baum steht in der Tat zehn Meter von unserem ersten handgemachten Strandhäuschen entfernt! Genaugenommen begannen wir unser gemeinsames Leben in einem halbfertigen ‘modernen‘ Backsteinhaus genau im Zentrum des größten Ortes der Insel, der trefflicherweise Wasini heisst. Ich hatte mich direkt in das Zentrum des traditionellen Insellebens der Swahili- Bevölkerung gestürzt. Das tägliche Leben wird hier hauptsächlich durch den Koran bestimmt – inklusive Aufstehen um 5 Uhr morgens zur Verrichtung des ersten Gebetes vor der Morgendämmerung. Da die Sonne hier – Wasini liegt fast auf dem Äquator, genauer gesagt auf dem 4. südlichen Breitengrad – sehr stark werden kann, ziehen es die Frauen vor, gleich nach dem Morgengebet, so gegen 5.30 Uhr, mit viel Geklapper das Geschirr vom Vorabend zu spülen. Sie mögen sich jetzt fragen: warum spülen die ihr Geschirr nicht am Abend? Ja, richtig, ich vergaß zu erwähnen: Wasini ist nicht ans Stromnetz angebunden! Abgesehen von ein paar Glückspilzen, die eine Solaranlage besitzen, oder den Wenigen, die ihr hart verdientes Geld ausgeben, um ihren Generator zu füttern, verwenden Leute hier noch Öllampen! Keine gute Lichtquelle, um bei Dunkelheit Arbeiten zu verrichten. Die Inselhäuser haben auch keine Glasfenster; es ist einfach zu heiß und niemand würde freiwillig die kühlende Seebrise aussperren.

Einkauf in Wasini / © www.wasini.net
Einkauf in Wasini / © http://www.wasini.net

All diese Faktoren tragen durchaus zu einem Mangel an Privatsphäre bei. Das Zusammenleben als große Dorffamilie von vor der Morgendämmerung bis zum letzten Rumoren meines Nachbarn trieb mich schnell an den Rand des Wahnsinns. Mein überaus liebe- und verständnisvoller Ehemann stimmte zu: wir müssen fliehen, schnellstmöglich umziehen, wir müssen raus aus dem Dorf und rein in die Wildnis! Einer unserer Onkel bot uns ein bis dahin ungenutztes, wildes Küstengrundstück an, und in diesem Naturparadies legten wir den ersten unbehauenen Stein unserer Blue Monkey Beach Cottages.

Natürlich hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Ahnung, dass wir irgendwann einmal naturverbundene und umweltbewusste Reisende aus aller Herren Länder hier willkommen heißen würden.  Wir hatten gerade mal noch 100 Euro Ersparnisse und sechs bereitwillige Hände, um grobe Steine in Wände zu verwandeln! Dann hatte mein Mann eine Glückssträhne und mehrere größere Gruppen buchten seine Dhow – ein traditionelles, arabisches Segelboot – für Ausflüge zum nahegelegenen Meeresnationalpark „Kisite Mpunguti Marine National Park“ – und wir konnten uns somit auch die notwendigen Mangrovenstangen und Palmschindeln für die Dachkonstruktion kaufen. Nach viermonatiger harter Arbeit zogen wir in unser erstes Strandhäuschen ein! Wir beließen das Gelände so weit möglich, wie wir es vorgefunden hatten; wir fällten keinen einzigen Baum, sondern setzten noch zusätzlich einige duftende und dekorative Pflanzen – Frangipani-Bäume, Bougainvillea und Jasminsträucher. Diademmeerkatzen („Blue Monkeys“), Chamäleons, Schildkröten, Warane, Ducker – eine kleine, scheue Antilope, die in Wasini’s wilden Buschwaldgebieten lebt – behielten so ihr natürliches Habitat, gewöhnten sich an unsere Gesellschaft und akzeptierten uns in ihrem Lebensraum. Jetzt waren die Rufe der Hornvögel, Seeadler und Ibisse, die gerne auf unserem Affenbrotbaum sitzen, die ersten Laute am Morgen, und die brechenden Wellen die letzten in der Nacht – meine Liebelei mit der Insel entwickelte sich rasch zu einer echten Liebesbeziehung!

Auf See mit einer unserer Dhows, der kleinen “Blue Whale” / © www.wasini.net
Auf See mit einer unserer Dhows, der kleinen “Blue Whale” / © http://www.wasini.net

Die ersten ‘Fremden’, die in unserem Strandhäuschen übernachteten, waren zwei nette spanische Rucksackreisende, die ich Mitte 2011 auf einer Busfahrt von Nairobi kennengelernt hatte. Wir hatten uns die Reisezeit verplaudert. Ihnen hatte die Beschreibung meines Zuhauses so sehr gefallen, dass sie in der darauffolgenden Woche bei uns vor der Tür standen – und wir ihnen unser Haus überließen. Sie hatten ihren Aufenthalt bei uns sehr genossen und machten uns erst richtig bewusst, was für einen Schatz wir eigentlich haben. Von diesem Zeitpunkt an richteten wir unsere weitere Vorgehensweise in Hinblick auf Gäste aus. Mit der Zeit kamen zwei weitere Strandhäuschen, überdachte Sitz- und Essensbereiche, ein Badehaus, und ein Bootsanlegesteg dazu – alles handgemacht mit Hilfe der lokalen Bevölkerung und mit Material von der Insel. Wir erstellten die Webseite ‘Wasini Travel Guide‘, um eine Informationsplattform für den interessierten Reisenden zu schaffen. Wir schätzen uns glücklich, Volontäre, Studenten, Wisschenschaftler, Praktikanten, Einwanderer, Familien mit kleinen Kindern, ältere Paare, Hochzeitsreisende, den abenteuerlustigen Alleinreisenden, Wassersportfans, Menschen aller Nationalitäten und aus allen Bevölkerungsgruppen kennengelernt zu haben, die hierher kamen, um einen einfachen Lebensstil zu erfahren und schöne, entspannte Tage in direktem Kontakt mit der Natur zu verbringen. Es stellte sich heraus, dass das Teilen dieses paradiesischen Ortes mit Gästen mir sehr viel mehr gibt, als alle anderen Beschäftigungen, die ich bisher hatte.

Verstehen Sie nun, wie man auf einer kleinen kenianischen Insel glücklich sein kann?


Amina Sabel

Amina Sabel, hier mit ihrem Mann Feisal abgebildet, ist Miteigentümerin des Wasini Travel Guide, der Blue Monkey Beach Cottages und Banda Mlimani. Sie ist Gründungsmitglied der Wasini Boat Operators und des Wasini Youth Nature Clubs.


Erinnerungen an Shela

Ein Bericht von John Njau, übersetzt von Angelika Schuetz (Lamu). Ich bin im Dorf Shela, am südlichen Zipfel der Insel Lamu. Ich lasse in meinem Kopf die letzten eineinhalb wunderbaren Jahre Revue passieren, in denen ich im Tourismus gearbeitet habe.

Boote am Dorfstrand von Shela
Boote am Dorfstrand von Shela

Shela ist eine jahrhundertealte Bajuni Siedlung – die Bajunis sind eine Untergruppe der Swahili – traditionell von der Fischerei und, seit geraumer Zeit auch, vorwiegend vom Tourismus lebend.

Minarett der Freitagsmoschee
Minarett der Freitagsmoschee
Gasse im Dorf Shela
Gasse im Dorf Shela

Die Bevölkerung ist eine vielfältige Mischung, die Bajunis eindeutig in der Mehrheit. An den Abenden findet man eine anschauliche Anzahl an hier angesiedelten Ausländern (mit einer gesunden Anzahl an einheimischen Gastgebern), die in der Bar und im Restaurant des Peponi Hotels herumsitzen. Heute abend flüstert ein ausgesprochen schneidiger New Yorker bei einem Glas Wein mit einer jungen Italienischen Dame. Eine Modedesignerin aus Nairobi löffelt herzhaft in einer Eiscreme. Ein Hotelmanager, auch aus Nairobi, bewegt den Kopf zum Rhythmus der Musik, die im Hintergrund in der schwülen Abendluft dahinschwebt. Ein Bankkaufmann aus Malindi erheitert mich mit Geschichten einer lustigen Brautwerbung. Nebenan erinnert sich ein pensionierter englischer Pilot an seine Zeiten als ‘Fahrer’ (so drückt er sich aus) bei Kenya Airways. Ein europäischer Sportangler, in Lamu aufgewachsen, unterhält sich fließend auf Kiswahili, mit einem schweren Bajuni-Akzent. Er könnte genauso gut Griechisch sprechen, so wenig kann ich ihn verstehen. Sein Hund, ein wenig langsam und alt, liegt geduldig zu seinen Füssen. Ein pensionierter Restaurateur mit buschigen Augenbrauen, der einst eines der feinsten Restaurants in Nairobi betrieb, spricht mit seinen Tischnachbarn über den Häusermarkt. Ich schaue mich um in dieser Mixtur von Menschen und ich denke ‘nur auf Lamu’.

Sonnenuntergang am großen Strand
Sonnenuntergang am großen Strand
Crab Plovers
Reiherläufer am Strand

Kenianische, dänische, holländische, deutsche, koreanische, englische und italienische Geschäftsfrauen und –männer haben hier in der Tourismusindustrie heftig investiert. Hotels mit Weltklassenniveau und private Ferienhäuser stehen nah beieinander neben einheimischen Etablissements und Privathäusern. Die Insel ist einzigartig in dem Sinne, dass sie fast frei ist von Fahrzeugen. Während meiner Zeit habe ich nur vier Fahrzeuge gezählt: Den Geländewagen des County Commissioners, zwei Ambulanzfahrzeuge (eine für Menschen und eine für Tiere) und den Traktor der Gemeinde, welcher die Müllabfuhr von Lamu Stadt bewerkstelligt. In diesen engen Sträßchen und Gassen wären motorisierte Straßenfahrzeuge ohnehin niemals eine Option für Lamu. Perfekt also, dieses tropische Inselchen, für alle diejenigen, die ‘von allem weg’ wollen.

Müllabfuhr in Shela
Müllabfuhr in Shela
Gasse mit Esel
Gasse mit Esel

Ungewöhnlicherweise bin ich heute zum Sonnenaufgang am Strand. Eigentlich bevorzuge ich am Ende des langen Arbeitstages am Strand entlang zu laufen. Es ist ein ziemlich normaler Tag, alles in allem, sonnig und drückend, mit der melodiösen Stimme des Muezzins, zu den festgelegten Zeiten des Gebetsrufes. Es ist ein Tag der Besinnung und ich bereite mich auf den Abschied vor, den Abschied von diesem Stück Küste. Ich habe vorher noch nie in einem Dorf gelebt.

Dünen von Shela
Dünen von Shela
Boote im Sonnenaufgang
Boote im Sonnenaufgang

Das Leben in Nairobi (wie auch in anderen Großstädten) ist tendenziell eine recht egoistische Angelegenheit: eingezäunte Grundstücke mit Einfahrtstoren sind die Norm. Es war eine ziemliche Veränderung für mich, mich in dieses Leben zu integrieren, ein Leben frei von unnötiger Einengung; keine Zäune, keine Tore, letztendlich keine Sorgen. Nie und nirgendwo habe ich mich sicherer gefühlt als in Shela. Aber meine Zeit hier läuft ab, leider, und obschon ich den Abschied fürchte, ich habe so viel, wofür ich dankbar bin. Tourismus ist natürlicherweise ein Saisongeschäft und im Augenblick ist der Rückgang in dieser Sparte ein bisschen alarmierend. Ich würde natürlich gerne bleiben aber meine Position ist zur Zeit nicht länger vertretbar.

Duka Rangaleni
Duka Rangaleni
Bunny Allen House
Bunny Allen House

In den folgenden Tagen sehe ich alles mit neuen Augen sozusagen. Ich finde große Freude an dem Gefühl von Sand unter meinen Füßen als ich barfuß am Strand laufe. Der Kanal von Lamu hat nichts an seinem Charme verloren. Die Dhows und Fischerboote dümpeln seicht am Anker, perfekt wie im Bilderbuch. Die vorgelagerte Insel Manda mit seinem Strand ist bezaubernd wie immer. Shela Beach, die gesamten 13 Kilometer, es ist eine Freude diesen Strand entlang zu wandern. Mir wird das jetzt alles sehr bewußt, wissend, dass ich in weniger als einer Woche zurückkehren werde in die Anonymität von Nairobi. Es ist ein beschaulicher Ort zum Leben und diese Beschaulichkeit wir noch verstärkt durch die fehlenden Besucherzahlen in der Gegend.

Mohamed mit Hunden am Strand
Mohamed mit Hunden am Strand
Salim mit Fisch
Salim mit Fisch

Ich sitze auf der gepolsterten Bank des Bootes mit dem Namen ‘I’ll Be Back’, meinen Koffer zu meinen Füßen. Abschiedsschmerz überkommt mich, aber es muss sein, und ich plane wiederzukommen, eines Tages. Der Motor springt an und wir gleiten hinfort von der Shela Küste. Diese ist der von Amalfi nicht unähnlich, Amalfi vor etwa 20 Jahren.

I'll Be Back
I’ll Be Back
Käpt'n Aswif
Käpt’n Aswif

Meine Gedanken wandern zu den Menschen von Shela. Ich habe mitten unter ihnen gelebt, eineinhalb Jahre lang und sie sind mir immer mit Höflichkeit  begegnet, mich würdigend als Gast. Ich werde Salim vermissen, den Fischer, der verläßlich zwei- oder dreimal die Woche an meine Tür klopfte mit dem feinsten frischen Fang von Rotbarsch; Aswif, Yusuf und Thabit unsere gutgelaunten Bootskapitäne von Weitem einen Gruß zurufend; Omar, bärtig und lebhaft seine Hunde am Strand ausführend und viele andere Leute aus dem Dorf, die meinen Aufenthalt hier zu einem vollständigen Vergnügen gemacht haben.

Yusuf
Yusuf

Die Caravan steht auf dem Asphalt des Flughafens von Manda.  Wir fliegen nach Nairobi in zehn Minuten. Alles wird jetzt ein wenig langsamer sein auf Lamu aber die Verlockung ist zu groß als dass man der wiederstehen kann und der Strand wird eines Tages wieder die Sonnenanbeter begrüßen von nah und fern.

Das Beach House beim  Abflug
Das Beach House beim Abflug
Strand von Shela
Strand von Shela

Portrait Angelika Schuetz

Angelika Schuetz lebt im Dorf Shela auf der Insel Lamu und ist Verwalterin beim Shela House Management.

Alle Fotos in diesem Artikel (c) Angelika Schuetz


Ein paar Tage am Indischen Ozean und in Mombasa

Ein Beitrag von Klarissa Wills, Nairobi. Wir hören leider zu oft, dass Kenia „unsicher“ ist! Ich lebe seit 1969 in diesem schönen Land und sicher – wir treffen auch gewisse Vorsichtsmaßnahmen – genau so wie wir es in anderen Gegenden dieser Welt tun. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, die Dinge und Plätze zu genießen, die wir gerne besuchen wollen. Denn „Unsicherheit“ gibt es doch fast überall auf der Welt!

Es gibt in Kenia so viel Schönes zu sehen und erleben. Die Menschen hier sind im allgemeinen ausgesprochen freundlich und höflich. Auf den Safari-Reisen fühlt man sich immer sicher.  In Nairobi,  einer Millionenstadt, passen wir halt etwas auf und suchen keine unsicheren Stadtteile auf.

Vor kurzen flogen wir nach Ukunda um ein paar Tage an der Küste des Indischen Ozeans etwas Sonne zu tanken. Diani Beach – ca. 25 km südlich von Mombasa gelegen, hat einen traumhaften Stand und mehrere schöne Hotels. Dort findet man auch Boutique Hotels, die dem Namen „Boutique“ wirklich Ehre machen!

Foto (c) Klarissa Wills

Foto (c) Klarissa Wills

Vom Wilson Airport in Nairobi gelangten wir in etwas über einer Stunde direkt an Kenias Küste. Das Gebirgsmassiv des Kilimanjaro zeigte sich uns kurz und wir landeten auch schon bald im kleinen, fast verträumten Flughafen Ukundas.  Das Gepäck war schnell im wartenden Taxi verstaut. Bei der kurzen Fahrt ins Hotel (ca. 15 Min) gab es „Afrika“ pur – die typischen Hütten,  Kioske, Frauen und Kinder am Straßenrand.

„The Maji“, wo wir vier wirklich traumhafte Tage und Nächte verbrachten, wurde von einem italienischen Ehepaar geplant und gebaut und wird von ihnen geleitet. Jedes der 15 Zimmer hat seine eigene Dekoration. Das Hotel hat einen fast endlos langen Pool in dem man Stunden verbringen kann. Was  mir besonders gefiel: Es gibt kein Buffet, sondern jede Mahlzeit wird nach Wunsch serviert – an einem Tisch im Garten, im Restaurant oder neben dem Pool. Wir wurden einfach verwöhnt! Die Küche versucht auch ausgefallene Wünsche der Gäste zu erfüllen.

Foto (c) Klarissa Wills

Foto (c) Klarissa Wills

Das Klima und die Landschaft am Indischen Ozean nahmen uns gefangen und ließen uns den Alltag sofort vergessen. Der herrliche weiße Sandstrand und das türkisfarbene Meer luden zum Nichtstun oder auch Aktivurlaub ein. Wir konnten wirklich „die Seele baumeln“ lassen und genossen frisches Obst und Meeresfrüchte.

Foto (c) Klarissa Wills

Foto (c) Klarissa Wills

Ali, der Gaertner des Hotels, holte uns ein paar Kokosnüsse vom Baum.  Ich trinke besonders gerne  „Madafu“ – die frische Kokusnuss Milch, die man auch fast überall preiswert  kaufen kann.

Mit Rashid und einem Freund liefen wir zum Riff, wo es immer viel zu entdecken gibt.

Foto (c) Klarissa Wills

Foto (c) Klarissa Wills

Foto (c) Klarissa Wills

Foto (c) Klarissa Wills

Einen Tag fuhren wir nach Mombasa, um dort in einem bekannten Restaurant zu Mittag zu essen. Wer von der Südküste nach Mombasa fahren möchte, muss die Likoni Fähre benutzen und zu Hauptverkehrszeiten kann man manchmal auch eine Stunde dort im Stau stehen.

Foto (c) Klarissa Wills

Aber wir passten die Zeit ab, zu der es wenig Verkehr gibt (noch immer genug!)  und waren bald in Kenias zweitgrößter Stadt.

Foto (c) Klarissa Wills

Unser Mittagessen – eine wunderbare Auswahl von Meeresfrüchten, sowie Gingercrab, dazu ein guter Weißwein – war perfekt. Dazu der Blick auf die Altstadt von Mombasa.  Es war wieder ein herrlicher Tag!

Foto (c) Klarissa Wills

Foto (c) Klarissa Wills

Foto (c) Klarissa Wills

Foto (c) Klarissa Wills

Wir hoffen, diese schönen Plätze auch anderen Besuchern zeigen zu können!!!


Klarissa Wills (200px) Muthaiga Travel

Klarissa Wills gründete 1988 in Nairobi Muthaiga Travel Ltd. und leitet diese Reiseagentur.

Alle Fotos in diesem Artikel (c) Klarissa Wills