Kenias Küste zwischen Mombasa und dem Tana-Fluss. Teil 3 von 3: Watamu

Im ersten Teil unseres Blog-Artikels über unsere Pressereise an die Küste Kenias haben wir über die Anreise und den ersten Tag in Mombasa berichtet. Im zweiten Teil haben wir unseren Lesern die Delta Dunes Lodge im Tana Delta vorgestellt.

Nach zwei Tagen im Tana-Delta fuhren wir über Malindi zurück nach Süden und erreichten kurz nach Mittag Watamu, eine ruhige Ferienregion, die von Malindi im Norden rund 20 Minuten, bzw. von Mombasa im Süden rund zwei Stunden Fahrtzeit entfernt ist. Wir bezogen Quartier in Medina Palms.

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Poollandschaft in Medina Palms. Foto (c) Birger Meierjohann

Es handelt sich bei Medina Palms um kein Hotel im eigentlichen Sinne, sondern um eine Anlage von Privatvillen- und Apartments, erbaut im omanischen Stil, in die man sich als Investor einkaufen kann. Das Management von Medina Palms verwaltet die Anlage und vermietet an Urlaubsgäste. Man kann sein Essen sowohl in der eigenen Küche zubereiten (bzw. zubereiten lassen) und beispielsweise auf der eigenen Dachterrasse essen oder das Restaurant nutzen. Der Strand von Watamu gilt als einer der schönsten Strände Afrikas. Daher stutzen einige von uns beim Anblick des angeschwemmten Seegrases. Max Cheli, der General Manager von Medina Palms, klärte uns auf: Das Seegras wird vor allem in den Monaten Mai bis Juli angespült, die ohnehin als Nebensaison gelten. Das Seegras ist ein wichtiges Element des Ökosystems und schützt vor Stranderosion. Da die Küste vor Watamu Meeresnationalpark ist, wird das Seegras nie künstlich entfernt. Man wartet einfach, bis sich die Strömungen ab Juli wieder ändern, die Wellen das Grünzeug wegwaschen und für die nächsten Monate einen puderweißen Sand hinterlassen.

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Am Strand von Watamu. Foto (c) Birger Meierjohann

Am Nachmittag besuchten wir noch die nahegelegenen Ruinen von Gede. Die Mauern dieser Swahili-Stadt wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt, nachdem sie im 17. Jahrhundert aus unbekannten Gründen verlassen wurde. Etliche Mythen ranken sich um diese im Wald versunkene Stätte und auch uns erzählte man hinter vorgehaltener Hand einige Schauergeschichten. Während der Führung durch die Ruinen konnten wir neben den Affen, die heute die unumstrittenen Herrscher von Gede sind, im dichten Unterholz noch zwei Buschböcke entdecken. Das skurrilste Tier, welches hier und im benachbarten Arabuko-Sokoko-Forest lebt, nämlich das Rüsselhündchen, eine fast hasengroße Elefantenspitzmaus, blieb uns leider verborgen.

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In den Ruinen von Gede. Foto (c) Birger Meierjohann

In direkter Nachbarschaft zu den Ruinen wird zudem das Kipepeo Project, eine Schmetterlingszucht betrieben: Kleinbauern der Umgebung sammeln im Wald Schmetterlingspuppen, welche in den Einrichtungen von Kipepeo gesammelt werden. Die geschlüpften Schmetterlinge werden gewinnbringend an Schmetterlingshäuser in aller Welt verkauft. Es handelt sich dabei um keinen Raubbau, sondern um nachhaltige Nutzung: Durch die sorgfältige Aufzucht im Schmetterlingshaus schlüpfen viel mehr Schmetterlinge als in der freien Natur. Das Kipepeo Project möchte so erreichen, dass das intakte Ökosystem einen Wert bekommt: Arabuko Sokoke ist eines der letzten großen Waldgebiete, welche sich früher die gesamte ostafrikanische Küste entlangzogen. Der Wald ist bedroht durch Holzeinschlag, Holzkohleproduktion, Wilderei und Rodung für Ackerbau. Umso wichtiger ist die Schaffung alternativer Einkommensquellen wie der Schmetterlingszucht, für die ein intakter Wald einen Wert darstellt.

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Schmetterling im Kipepeo Project. Foto (c) Birger Meierjohann

In Watamu gibt es viele weitere Beispiele von lokalen Projekten. Ein weiteres haben wir am nächsten Tag besucht, nämlich den Crab Shack in Dabaso, weniger Kilometer von Watamu entfernt am Rande des Mida Creek. Der Mida Creek ist ein 32 km² großer, von Mangroven gesäumter Meeresarm, welcher tief ins Landesinnere hineinragt. Im Örtchen Mida begann man schon früh damit, Stege einzurichten, über die Touristen die Mangroven erkunden konnten. Andere Orte am Creek, die weniger gut erreichbar waren, hatten diese Möglichkeit nicht und entsprechend wenig Motivation, auf den Schutz der Mangroven acht zu geben. Die Kommune von Dabaso entwickelte daher zusammen mit dem Kenya Forestry Service ein Konzept, in den Mangroven ein kleines Restaurant auf Stelzen einzurichten. Serviert wird frisches, lokales Seafood! Es wird empfohlen, mindestens einen Tag vorher telefonisch zu reservieren. Die beste Zeit für ein Essen im Crab Shack ist der Abend, wenn man den Sonnenuntergang über den Mida Creek genießen kann. Was perfekt kombinierbar ist mit einer ebenfalls vor Ort angebotenen Bootsfahrt nach Kirepwe Island mit Besuch in einem Giriama-Dorf. Aus Zeitgründen waren wir „nur“ für ein Mittagessen im Crab Shack, aber dennoch begeistert.

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In den Mangroven auf Stelzen erbaut: Der Crab Shack in Dabaso. Foto (c) Ramon Schack

Nur ein paar Minuten entfernt besuchten wir nach dem Mittagessen die kommunale Recycling-Station der Watamu Marine Association (WMA). Steve Trott erklärte uns, wie an den Stränden Ostafrikas je nach Region, Jahreszeit und Tide zeitweise große Mengen Plastikmüll aus dem Indischen Ozean angespült werden. Nur zum kleinen Teil Müll aus Kenia selbst – viel mehr aus den Golfstaaten, aus Indien und sogar Malaysia und Thailand. Ich selbst hatte am Vortag eine Wasserflasche mit malaysischem Etikett gefunden! In Watamu und anderen Orten (darunter auch Delta Dunes) werden regelmäßige „Beach clean-ups“ durchgeführt und angeschwemmter Plastikmüll gesammelt. Außerdem fällt in einem Urlaubsort wie Watamu überproportional viel Plastikmüll in der Hotellerie an. Hier in Dabaso wird dieser Müll nach Material und Farbe getrennt und gewinnbringend als Rohstoff an Industrien in Mombasa verkauft.

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Recycling-Zentrum der Watamu Marine Association. Foto (c) Birger Meierjohann

Eine win-win-Situation ist z.B. die Produktion von Zaunpfählen: Zum einen wird das Plastik dem Meer entnommen, zum anderen wird weniger Holz verbraucht, also weniger Bäume gefällt – und dabei auch noch Geld verdient. Besonders beeindruckend fanden wir, wie Glas- und Plastikflaschen beim Häuserbau in die Wände eingearbeitet werden, wodurch Steine, Zement und andere Baustoffe gespart werden. Das Recycling-Projekt von Dabaso zeigt noch zahlreiche weitere Methoden der Abfallverwertung und wir hoffen sehr, dass diese Beispiele Schule machen und in anderen Teilen Kenias und der Welt Anwendung finden.

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Steve Trott von der WMA erklärt das Projekt. Foto (c) Birger Meierjohann

Nach dem Besuch des Recycling-Projekts wechselten wir noch einmal unsere Unterkunft. Das Los entschied: Zwei von uns kamen ins Watamu Tree House, vier ins Aragon House, eine private Villa. Beide Unterkünfte waren grundverschieden: Das Watamu Treehouse ist ein Boutiquehotel in zwei, in einem verspielten, an eine Mischung aus Hundertwasser und orientalischem Stil erbauten Türmen mit nur 7 Zimmern.

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Eines der originellsten Hotels in Watamu. Foto (c) Watamu Treehouse

Der Eigentümer, der Amerikaner Paul Krystall, ist Yoga-Lehrer und bietet auf der Dachterrasse des Treehouse Yoga-Stunden an. Er selbst war zwar außer Landes, aber auch bei seinem Mitarbeiter waren wir in besten Händen. Manche würden die Frage stellen: Yoga in Kenia? Wir sagen: Warum eigentlich nicht? Kenias große Stärke war schon immer Weltoffenheit, Facettenreichtum und Raum für Überraschung. Wir haben unsere erste Yoga-Stunde auf jeden Fall genossen.

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Yoga im Watamu Treehouse. Mehr dazu bald auf http://www.silviaschreibt.de. Danke an Silvia für das Modell stehen. Foto (c) Birger Meierjohann

Ein weiteres Highlight war das Abendessen: Nach dem Konzept des Hause nur gesunde und frische Zutaten, ohne viel Fett, Salz und Zucker zubereitet. So bekömmlich isst man selten. Soft Drinks und Alkohol wird nicht serviert, aber es wäre kein Problem, eigene Getränke mitzubringen. Zur Übernachtung kehrten vier von uns, darunter auch ich, ins zu Fuß 10 Minuten entfernte Aragon House zurück. Unsere Villa verfügt über vier Schlafzimmer und einen Infinity-Pool mit Meerblick, aber zu Fuß einige Minuten vom Strand entfernt.

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Aragon House bei Watamu. Foto (c) Birger Meierjohann

Das Aragon House wird von Watamu Property Services verwaltet. Wie uns der Geschäftsführer Ivor Engel erklärte, kümmert sich sein Unternehmen um die Vermietung von rund 40 Villen und Appartements in Watamu an Feriengäste. Die Eigentümer dieser Häuser leben in den meisten Fällen im Ausland, teilweise auch in Nairobi, und sind darum einen großen Teil des Jahres nicht vor Ort. Durch die Weitervermietung ist es den Eigentümern zudem möglich, ihrem Hauspersonal dauerhafte Beschäftigung zu bieten. Uns wurde am Morgen der Abreise noch ein leckeres Frühstück auf der Terrasse zubereitet.

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Frühstück im Aragon House. Foto (c) Birger Meierjohann

Am Abreisetag erwartete uns dann ein letztes Highlight, bevor wir wieder die Rückfahrt in Richtung Flughafen antraten: Nämlich der Besuch des Local Ocean Trust, einem Projekt, welches sich für den Schutz der Meeresschildkröten an der kenianischen Küste einsetzt. Obwohl der Lebensraum für Meeresschildkröten gerade in Watamu mit ausgedehnten Seegraswiesen, Korallenriffen und den Mangrovenwäldern am Mida Creek optimal ist, sind die Schildkröten zunehmend bedroht: Sowohl durch die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik, welches oft versehentlich verschluckt, aber nicht verdaut werden kann, als auch durch Wilderei. An Kenias Küste werden Schildkröten selten gezielt gejagt, aber es kommt durchaus vor, dass Fischer eine Schildkröte in ihrem Netz finden und aufgrund ihres Fleisches schlachten. Der Panzer der Unechten Karettschildkröte ist zudem begehrt, da sich aus ihm Schmuck herstellen lässt. Der Local Ocean Trust hat ein Programm entwickelt, welches Fischern einen finanziellen Ausgleich bietet, wenn sie den versehentlichen Fang einer Schildkröte melden. Mitarbeiter des Local Ocean Trust kümmern sich dann darum, die Schildkröte abzuholen und vorübergehend in der Station in Watamu einzuquartieren.

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Grüne Meeresschildkröte unter Beobachtung in der Station des Local Ocean Trust. Foto (c) Birger Meierjohann

Jede Schildkröte wird untersucht, gemessen, gewogen und markiert und im besten Fall am Folgetag wieder ins Meer entlassen. Wenn die Schildkröte verletzt oder krank ist, bleibt sie bis zur Genesung in der Station. Da der Local Ocean Trust alleine durch Spenden finanziert wird, freut man sich über jeden Beitrag.

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Der  Local Ocean Trust freut sich über Unterstützung. Foto (c) Birger Meierjohann

Bei unserem Besuch war gerade eine ausgewachsene Grüne Meeresschildkröte („Suppenschildkröte“) und eine nur wenige Wochen alte Unechte Karettschildkröte zur Beobachtung vor Ort. Unser großes Glück war nun, dabei sein zu dürfen, wie die Grüne Meeresschildkröte am Strand von Watamu wieder ins Meer entlassen wurde.

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Grüne Meeresschildkröte auf dem Weg zurück ins Meer. Foto (c) Birger Meierjohann

Der perfekte Abschluss für eine abwechslungsreiche Reise zwischen Mombasa und dem Tana-Delta.

Einen weiteren Bericht über Watamu findet Ihr, verfasst von der Bloggerin Silvia Tichler, auf www.silviaschreibt.de, sowie auch von Lukas Charwat auf www.chaluk.com.


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Birger Meierjohann bereist Kenia seit 1994. Seit 2007 ist er Verantwortlicher für Pressearbeit bei der Vertretung des Kenya Tourism Board für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Mettmann bei Düsseldorf.


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Kenias Küste zwischen Mombasa und dem Tana-Fluss. Teil 2 von 3: Im Delta des Tana-Flusses

Im ersten Teil unseres Blog-Artikels über unsere Pressereise an die Küste Kenias haben wir über die Anreise und den ersten Tag in Mombasa berichtet.

Am Folgetag brachen wir morgens auf in Richtung Tana-Delta. Wir passierten den Mtwapa Creek, die Sisalplantagen von Vipingo, den Kilifi Creek und den Arabuko Sokoke Forest, bis wir mittags am Nakumatt-Einkaufszentrum in Malindi eine kurze Mittagspause einlegten.

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Fahrt über die Brücke am Kilifi Creek

Danach ging es weiter. Erst überquerten wir den Sabaki-River, dann fuhren wir an zahlreichen Flachen Salinenbecken vorbei, an denen Meersalz gewonnen wird. Kleinere Gruppen von Flamingos suchten im Wasser stakend nach Nahrung.

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Salzgewinnung nördlich von Malindi

Gut eine Stunde hinter Malindi wurden wir an einer Abzweigung erwartet: Richard Corcoran, der Betreiber der Delta Dunes Lodge, stand mit seinem Geländewagen bereit, um uns den Weg zu unserer nächsten Unterkunft zu weisen. Wir fuhren durch immer trockenere und dünner besiedelte Landschaft, bis wir schließlich das grüne Schwemmland des Tana River erreichten, des längsten Flusses Kenias. Unser Fahrzeug konnten wir am Ufer eines kleinen Flussarmes zurücklassen. Mit unserem Gepäck bestiegen wir ein Boot und erreichten nach rund 15 Minuten die Delta Dunes Lodge.

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Offenes Zimmer in der Delta Dunes Lodge

Die Lodge liegt im Mündungsbereich des Tana-Flusses innerhalb des 50.000 ha großen Lower Tana Delta Community Conservancy. Das Delta selbst ist ein Gewirr aus zahllosen Flussarmen, Mangrovensümpfen, Schwemmland und Dünen, welche sich durch die Kraft des Flusses und der Gezeiten fortlaufend verändert.

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Morgenstimmung in den Dünen

Im Delta lebt so ziemlich alles, was die afrikanische Tierwelt zu bieten hat, allerdings ist Tierbeobachtung aufgrund des unwegsamen Geländes schwierig. Bei Bootsfahrten auf den Mündungsarmen des Tana konnten wir zahlreiche Wasservögel beobachten.

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Der Graufischer ist die häufigste Eisvogelart in Ostafrika

Auch ein Flusspferd bekamen wir zu Gesicht, allerdings halten sich diese Dickhäuter ebenso wie Krokodile lieber etwas weiter flussaufwärts auf, wo das Flusswasser nicht mehr so salzig ist wie an der Mündung. Darum kann im (salzigen) Mündungsbereich direkt an der Lodge auch gefahrlos Wasserski oder Kajak gefahren werden.

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Das Tana-Delta ist die Heimat zahlreicher Flusspferde

Nachdem Richard bei unserer Tour mit dem Motorboot im Schlamm am Flussrand frische Fußabdrücke von Elefanten entdeckt hatte, versuchten wir, diese auf einem kleinen Fußmarsch aufzuspüren – leider vergeblich.

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Auf „Pirschfahrt“ mit dem Motorboot

Entschädigt wurden wir dafür mit überraschenden Tierbeobachtungen beim Abendessen: Die Lodge hat nämlich mit zwei Buschbabys und einer Ginsterkatze regelmäßige Gäste, die genau wissen, dass sie jeden Abend je ein Teller mit kleinen Stücken Banane (für die Buschbabys) und Fisch (für die Ginsterkatze) erwartet.

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Das Bushbaby holt sich sein Abendessen ab

Die Anziehungskraft von Delta Dunes stellt in erster Linie die Abgeschiedenheit inmitten ursprünglicher Wildnis dar. Man teilt sich Dutzende Kilometer Strand alleine mit der Handvoll anderer Gäste der Lodge, welche lediglich über 7 Zimmer verfügt, und einigen Fischern.

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Kilometerlange Dünen am Indischen Ozean

Bei dem Conservancy handelt es sich um kommunales Land der beiden Volksgruppen im Delta: Der Pokomo, welche traditionell Ackerbauern kommen und der Orma, einem Hirtenvolk mit Wurzeln in Äthiopien.

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Besuch in einem Dorf der Orma

Ein Gremium, bestehend aus Vertretern der lokalen Gemeinschaften und der Delta Dunes Lodge, verwaltet das Conservancy. Ziel ist es, die ursprüngliche Natur des Deltas zu erhalten und mit nachhaltiger Nutzung der Ressourcen Einkommen für die Lokalbevölkerung zu erzielen. Da eine so kleine Lodge niemals den Schutz eines so großen Gebietes finanzieren kann, werden weitere Einnahmequellen erschlossen, z.B. die Bienenzucht und Honigproduktion. Auch der Aufbau eines Betriebs zur Weiterverarbeitung von Mangos ist angedacht: Im Delta wachsen mehr Mango-Bäume als für den Eigenbedarf genutzt werden kann. Die Verbindung aus Naturschutz, Tourismus und nachhaltiger menschlicher Nutzung ist auf jeden Fall das große Anliegen des Conservancy.

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Fischerboot vor den Dünen des Tana Delta

Für Richard Corcoran, den Betreiber der Delta Dunes Lodge, ist das Ganze eine Herzenssache. Als Eigentümer von Liberty Kenya Safaris, einem der größten Reiseunternehmen in Kenia und weiterer Lodges in der Masai Mara, in Tsavo und in der Serengeti leistet er sich den „Luxus“, mit Hilfe der Delta Dunes Lodge einen Beitrag zur Erhaltung des Tana-Deltas zu erhalten. Selbst, wenn die Kosten z.B. für die Ausbildung, Gehälter und Ausrüstung der eigenen Wildhüter des Conservancies, die Einnahmen durch den Tourismus übersteigen. Dennoch betont Corcoran ganz klar: Das landesweit erfolgreiche Konzept der Conservancies, also die Zusammenarbeit lokaler Gemeinschaften und privater Investoren, ist auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen und die beste Form von Naturschutz außerhalb der staatlichen Nationalparks. Ohne die so erzielten Einkommen könne sich kein afrikanisches Land leisten, sein Naturerbe effektiv zu schützen. Jeder Safari-Urlauber leiste daher einen direkten Beitrag für die Erhaltung der afrikanischen Naturschätze.

Wenn Ihr unserem Reisebericht weiter folgen wollt, geht es hier zum dritten und letzten Teil, in dem wir über unseren Aufenthalt in Watamu erzählen.

Einen weiteren Bericht über die Delta Dunes Lodge findet Ihr, verfasst von der Bloggerin Silvia Tichler, auf www.silviaschreibt.de, sowie auch von Lukas Charwat auf www.chaluk.com.


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Birger Meierjohann bereist Kenia seit 1994. Seit 2007 ist er Verantwortlicher für Pressearbeit bei der Vertretung des Kenya Tourism Board für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Mettmann bei Düsseldorf.


Kenias Küste zwischen Mombasa und dem Tana-Fluss. Teil 1 von 3: Anreise und erster Tag in Mombasa

Als Repräsentanz des Kenya Tourism Board für den deutschsprachigen Raum sind wir regelmäßig sowohl mit Journalisten als auch mit Vetretern von Reisbüros und Reiseveranstaltern auf Info- oder Recherchereise in Kenia. Zuletzt Ende Mai 2016 mit einer kleinen Gruppe von Pressevertretern im Auftrag unterschiedlicher Medien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel war die kenianische Küste zwischen Mombasa und dem Delta des Tana-Flusses. Kenia, gerade seine Küste, ist bei deutschsprachigen Urlaubern schon seit den 70er Jahren ein recht bekanntes Reiseziel. Dennoch ist vielen kaum geläufig, welche Vielfalt diese Region bietet und welche Entwicklungen es im Bereich der Hotellerie gibt. Diese Facetten zu zeigen, war Sinn und Zweck unserer Reise.

Wir starteten am 25. Mai mit Ethiopian Airlines: Zwei von uns ab Wien, drei ab Frankfurt. Nach dem Umsteigen in Addis Abeba ging es direkt weiter nach Mombasa. Ethiopian Airlines fliegt täglich nonstop von Frankfurt und Wien nach Addis Abeba und von dort aus zu weiteren 53 Destinationen auf dem afrikanischen Kontinent, darunter auch Nairobi und Mombasa. Somit sind auch Gabelflüge möglich – eine sehr sinnvolle Option für Reisende, die Strandurlaub mit einer längeren Safari verbinden wollen. Insgesamt bedient die Fluggesellschaft mit Sitz in Addis Abeba 93 internationale Destinationen rund um den Globus und das auf insgesamt 5 Kontinenten.

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Mit Ethiopian Airlines nach Kenia. Foto (c) Ethiopian Airlines

Knapp eine Stunde vor der Landung konnten wir schon einiges von der Geografie Kenias aus der Luft erkennen: Z.B. den Tana-Fluss, die Mündung des Sabaki River bei Malindi und weit in der Ferne sogar den Kilimanjaro. Den Mount Kenya konnte man anhand einiger Wolkentürme erahnen.

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Blick aus dem Flugzeug auf den Tana-River, den längsten Fluss Kenias. Foto (c) Birger Meierjohann

Nach der Landung in Mombasa verliefen die Einreiseformalitäten zügig. Nach rund 45 Minuten waren wir durch Passkontrolle, Gepäckausgabe und Zoll.  Dennoch: Leider waren die Visaformulare nicht im Flugzeug, sondern erst am Flughafen erhältlich, was wir in letzter Zeit schon bei unterschiedlichen Airlines ähnlich erlebt haben. Darum unser Tipp: Am Besten das Visaformular vorher downloaden und als Ausdruck mitnehmen oder vor der Reise das eVisa beantragen. Dann steht man bei der Passkontrolle gleich viel weiter vorne und muss nicht erst noch Formulare ausfüllen.

Das erste Quartier unserer Reise war die English Point Marina in Nyali, direkt am Tudor-Creek, welcher Mombasa umschließt. Was viele nicht wissen: Mombasa ist eigentlich eine Insel, welche durch diesen schmalen Meeresarm vom Festland getrennt wird. Die erst im Januar 2016 eröffnete English Point Marina liegt direkt gegenüber dem Fort Jesus und der historischen Altstadt von Mombasa.

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Blick von der English Point Marina auf den alten Hafen und die Altstadt von Mombasa. Foto (c) Birger Meierjohann

Die Marina, die sich in einen Hotelbereich und einen Bereich mit privaten Appartements aufteilt, ist eines der Vorzeigeprojekte im Rahmen der Vision 2030, Kenias Masterplan, sich bis 2030 zu einer Wirtschaft mittleren Einkommens zu entwickeln.

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Der Infinity Pool der English Point Marina. Foto (c) Birger Meierjohann

Die English Point Marina kann man guten Gewissens als luxuriös bezeichnen. Da sie nur über einen kleinen Strand verfügt, ist sie aber kein Hotel für Badeurlauber, aber für diejenigen geeignet, die eine absolut erstklassige Unterkunft in Stadtnähe suchen.

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Luxuriöse und moderne Zimmereinrichtung. Foto (c) Birger Meierjohann

Wir entschlossen uns, den Nachmittag für eine Besichtigung des Fort Jesus zu nutzen. Das portugiesische Fort aus dem 16. Jahrhundert, welches von den National Museums of Kenya verwaltet wird und seit 2011 Teil des UNESCO-Welterbes ist, gilt als eines der Wahrzeichen von Mombasa. Per Boot ist das Fort von der English Point Marina aus leider noch nicht zu erreichen, aber auch das wird sicher bald eingerichtet. So mussten wir uns neben zahlreichen Tuk-Tuks und Matatus durch den dichten, nachmittäglichen Verkehr der Hafenstadt wühlen, bis wir das Fort nach einer knappen halben Stunde Fahrzeit erreichten.

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Die „Königsberg Gun“ vor dem Fort Jesus: Eine Kanone des im ersten Weltkrieges versenkten deutschen Kriegsschiffes SMS Königsberg. Foto (c) Birger Meierjohann

Dort angekommen, der Alptraum jedes Fotografen: Meine Speicherkarte steckte noch im Laptop, den ich auf dem Zimmer gelassen hatte. Schade, denn das Licht am späten Nachmittag war einfach wunderbar! Dennoch ein interessanter Besuch – und ich war ohnehin weder zum ersten, noch zum letzten Mal dort.

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Das Fort Jesus, eines der Wahrzeichen von Mombasa. Leider ein Archivbild, da der Fotograf bei seinem aktuellen Besuch seine Speicherkarte vergessen hatte. Foto (c) Birger Meierjohann

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Birger Meierjohann bereist Kenia seit 1994. Seit 2007 ist er Verantwortlicher für Pressearbeit bei der Vertretung des Kenya Tourism Board für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Mettmann bei Düsseldorf.