Auf Hochlandsafari mit Bus und Motorradtaxi

Ein Beitrag von Arnold Starosczyk (Lamu). Diesen Januar hatte ich eine knapp zweiwöchige Tour ins Hochland gemacht. Zuerst ging’s zur Sarova Salt Lick Lodge nach Taita-Taveta. Diese Lodge hatte mich schon lange interessiert. Meine Anreise erfolgte nicht, wie bei den meisten Touristen, mit einem Jeep oder Mini-Bus, sondern mit dem öffentlichen Bus. Um 7 Uhr ging’s von Mombasa über Voi bis kurz nach Mwatate. Im Bus-Office sagte man mir, ich würde dort um 11 Uhr ankommen, und es war fast auf die Minute so. Manchmal ist auf die Zeitangaben in Afrika doch Verlass … Dort wartete dann schon der Jeep von der Lodge auf mich. Zuerst ging es zur Taita Hills Lodge (gleiche Hotelgruppe), aber ich war froh, dass ich die Salt Lick Lodge gebucht hatte.

Salt Lick Lodge

Nach dem Einchecken ging es gleich zum Mittagessen: das Essen in der Lodge ist wirklich super!! Und die Lodge war auch recht gut gebucht. Am Nachmittag hatte ich etwas relaxt und die Lodge genossen (und auf Tiere gewartet).

Salt Lick Lodge

Spät nachmittags und v. a. am nächsten Vormittag sind die Elefanten direkt zum Wasserloch an der Lodge gekommen.  Es war recht beeindruckend. Am nächsten Morgen, vor dem Frühstück, ging es mit noch einem Touristen im Jeep der Salt Lick Lodge auf Safari. Nachdem es am Vortag etwas geregnet hatte, haben wir leider nicht so viele Tiere gesehen. Erst kurz bevor wir wieder die Lodge erreicht hatten, war dann für mich der Höhepunkt der Safari: eine Löwin mit zwei Jungen (leider in etwa 200 m Entfernung). Eines der beiden Babies ist den Baum etwas hochgeklettert.

Löwen

Nach Rückkehr in die Lodge ging es zum Frühstück. Danach wollte ich eigentlich so langsam meinen Rucksack packen, aber dann sind die Elefanten ans Wasserloch gekommen. Und da musste ich natürlich rüber!

Elefanten
Wenn man schon hier in der Gegend ist (und noch etwas Zeit hat), lohnt sich ein Abstecher nach Taveta, direkt an der Grenze zu Tansania. Dort war ich bereits 2010 und 2012, aber auf diesem Trip nicht. Von Taveta aus kann man einen wunderschönen Halbtagesausflug zum Lake Chala machen. Er ist ein tiefblauer Kratersee, durch den die Grenzlinie mit Tansania verläuft.

Lake Challa

Der See selbst wird von Quellen am Mt. Kilimanjaro gespeist und wenn man Glück hat, sieht man den Berg auch. Man kann zwar nicht um den ganzen Krater laufen, aber wenn man etwas hochsteigt hat man herrliche Ausblicke auf den Lake Chala, in den Tsavo NP, nach Taveta, bis zum Lake Jipe und nach Tansania. Am nächsten Tag bin ich damals mit einem Motorrad-Taxi zum Lake Jipe gefahren (man fährt bei Grogan’s Castle vorbei) und habe auf dem See eine kurze Bootstour gemacht. Auch das war ein schöner Ausflug, aber der Lake Chala ist noch viel beeindruckender. Und von Mwatate aus, kann man weiter nach Wundanyi in die Taita Hills. Dorthin fährt man eine steile Bergstraße hoch. Die Taita Hills sind bis zu 2500 m hohe Berge, die aus der Ebene hochragen. Das Klima ist völlig anders, als in Voi. Man kann hier wunderschöne Wanderungen mit tollen Ausblicken unternehmen.

Wundanyi / Taita Hills
Gegen 11 Uhr hat mich dann der Jeep von der Lodge nach Mwatate gebracht, wo ich ziemlich schnell einen Bus nach Voi bekommen habe. Dort bin ich gleich in den nächsten Bus nach Nairobi umgestiegen und dachte schon, die Verbindungen klappen ja alle super. Der Bus hat aber noch etwa eine halbe Stunde auf weitere Passagiere gewartet und dann ging’s endlich los, aber alles „pole pole“. Ständig wurde auf der Strecke angehalten, um noch mehr Passagiere mitzunehmen.  Normalerweise fahre ich auf dieser Strecke immer mit einem Mash Bus (oder Tahmeed Bus), aber in Voi hatte ich einfach den Bus genommen, der bereits da war. Das war aber im Endeffekt auch kein Problem, weil Nairobi für mich nur ein Übernachtungsort war (und meine Stammunterkunft ist nur 500 m vom Busstop entfernt).

Am nächsten Morgen ging es mit einem Express-Matatu Richtung Nakuru. Mein Ziel war das Sleeping Warrior Camp am Lake Elementaita. Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich immer nur am See vorbeigefahren und nur einmal an einem Aussichtspunkt kurz für ein Foto stehengeblieben.  Nachdem mich der Fahrer, erst etwa 5 Km nach meinem gewünschten Ausstiegsort, aussteigen lassen hat („da sind nur Nyama Choma Stände, aber sonst nichts“), hatte ich erst mal mit dem Camp telefonieren müssen, damit mich das Motorrad-Taxi auch findet. Es waren noch etwa 45 min auf schlechter Piste bis ich am Camp angekommen bin. Diese Anlage besteht aus zwei Teilen: die höher gelegenen Lodges mit Pool und das etwas preisgünstigere Camp. Ich hatte das Camp gebucht und war begeistert: ein sehr schön eingerichtetes Zelt, mit schönem Blick zum Sleeping Warrior Berg und zum Lake Elementaita.

Sleepin Warrior

Und sogar eine Outdoor-Badewanne war da, die aber schon ein Klippschliefer (Rock Hyrax) für sich belegt hatte! Abends wollte ich eigentlich einen Sundowner machen, aber das musste ich wetterbedingt auf den nächsten Tag verschieben. Der nächste Tag begann mit ein paar Keksen und Tee, bevor es dann auf eine Pirschfahrt zum Lake Elementaita ging: viele Zebras, Giraffen, Löffelhunde, Flamingos und Gazellen. Büffel hatte ich bereits  am Vortag schon von meinem Zelt aus gesehen.

Sleeping Warrior Mountain Zebra Lake Elmentaita Lake Elmentaita

Nach dem Frühstück hatte ich mich auf die Liegen vor meinem Zelt gelegt, Tiere beobachtet und die Aussicht genossen. Später stand der Sundowner auf dem Programm und meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen! Wir sind auf einen Hügel etwa 20 Minuten vom Camp gefahren, dann wurden ein Tisch und ein Stuhl hergerichtet, mit ein paar Kleinigkeiten zum Essen. Man hat sich wie bei „Out of Africa“ gefühlt. Das Personal hatte sich wirklich die allergrößte Mühe gegeben!

Sleeping Warrior Mountain

Alles in Allem, ein supertoller Tag im Sleeping Warrior Camp. Und für den nächsten Morgen war ja noch die Wanderung zum Sleeping Warrior Berg geplant. Auf dem Weg dorthin haben wir eine Familie Löffelhunde gesehen.

Löffelhunde

Der Sleeping Warrior Berg hat eine markante Form (im Jahr 2011 hatte ich ihn schon mal von Eburru, einem kleinen Ort in den Bergen, gesehen). Vom höchsten Punkt hat man beeindruckende Ausblicke zum Lake Elementaita, in den Krater und zu den umliegenden Bergen.

Sleeping Warrior Mountain
Nachdem es mit meiner Kreditkartenzahlung beim Auschecken Probleme gab (ok, ich hab die PIN verwechselt…), hatte mich der Motorradfahrer nach Nakuru gebracht. Dort habe ich das Geld abgehoben und ihn bezahlt. Weiter ging’s dann mit dem Matatu nach Marigat auf dem Weg Richtung Lake Baringo (dort war ich auch schon zweimal und ist somit auch sehenswert; v. a. eine Bootsfahrt sollte man machen. Man kann Krokodile und Fischadler sehen, aber auch eine sehr schöne Landschaft. Als wir 2011 im Robert’s Camp übernachtet hatten, konnten wir auch eine faszinierende Gewitterstimmung beobachten). Dieses Mal bin ich aber zum Lake Bogoria abgebogen. Das Klima dort ist viel heisser, weil der See in einer Senke liegt. Ich hatte ein Zelt im Lake Bogoria Spa Resort gebucht. Für das, was diese Zelte bieten (und auch im Vergleich zu meinem Camp am Lake Elementaita) war der Preis nicht gerade günstig (aber man hat dort auch fast keine Alternative). Nichtsdestotrotz, auch hier habe ich meinen Aufenthalt genossen. Direkt neben meinem Zelt waren viele Affen mit ganz kleinen Babys. Das Essen war in Ordnung, aber zum Frühstück gab es eine sehr große Auswahl von verschiedenen Teesorten. Im Jahr 2010 war ich schon  am Lake Bogoria und wollte wieder hin. Dieses Mal, das wusste ich, war auch hier der Wasserspiegel deutlich höher. Das Sicherheitspersonal hat mir ihr Motorrad geliehen, mit dem ich zum Parkeingang gefahren bin. Dort hatte ich mir ein typisch afrikanisches Rad von einem Einheimischen ausgeliehen. Durch den erhöhten Wasserstand des Sees wurde die Straße in den letzten Jahren mehrfach verändert, sprich, immer weiter den Berg hoch versetzt. Da kann man sich vorstellen, dass es mit einem Rad ohne Schaltung auf steiniger Piste wenig Spaß macht…

Lake Bogoria

Landschaftlich ist der See sehr schön, aber leider waren wegen dem hohen Wasserstand die Geysire überflutet. Auch hatte ich nur ein paar Flamingos gesehen, Warzenschweine und ein paar Ziegen.

Mit dem Fahrrad am Lake Bogoria

Zurück im Hotel, nach Duschen und Abendessen, habe ich dann im heißen Spa gebadet. Es ist ein natürliches Spa, das vom Lake Bogoria gespeist wird. Es war angenehm entspannend, abends um 21 Uhr im heißen Wasser zu schwimmen.

Die Rückfahrt nach Nairobi dauert relativ lange mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In Nairobi habe ich noch ein einheimisches Restaurant, ein paar hundert Meter von meiner Stammunterkunft gefunden. Das Nyama Choma hat (geröstetes Fleisch). Am nächsten Tag, bevor es mit Fly Sax am Nachmittag wieder zurück nach Lamu ging, hatte ich noch ein paar Einkäufe getätigt und anschließend an einem meiner (wenigen) Lieblingsorte in Nairobi, dem Uhuru Park, etwas relaxt.


Arnold Starosczyk (Jambo House) Jambo Logo

Arnold Starosczyk ist Eigentümer und Betreiber des JamboHouse, eines Gästehauses auf der Insel Lamu. Alle hier veröffentlichten Fotos (c) Arnold Starosczyk / JamboHouse.


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