Lamu – Insel der Festivals

Ein Beitrag von Arnold Starosczyk (Lamu). Über das ganze Jahr verteilt gibt es verschiedene Feste auf der Insel Lamu: Das bekannteste davon ist das Lamu Cultural Festival, das heuer bereits zum 16. Mal stattfinden wird.

Ende Dezember (gleich nach Weihnachten) wird das Maulidi Festival gefeiert. Dieses ist zu Ehren des Geburtstags des Propheten Mohamed. Es ist etwas ähnlich wie das Cultural Festival aber mit einem mehr religiösen Hintergrund. Da gibt es u. a. auch Wettbewerbe zum Rezitieren des Korans, eine Prozession zur Riyadha Moschee, Henna-Wettbewerbe oder Bao Game (traditionelles Brettspiel). Am 1. Januar findet dann das traditionelle Dhow Race in Shela statt. Auch das ist sehr beeindruckend, vor allem wenn man die Sanddünen etwas hochsteigt und sieht, wie alle Boote auf dem Kanal zwischen Shela und Manda segeln. Als ich dieses Rennen zum ersten Mal erlebte, hatte ich mich wie ins Mittelalter zurückversetzt gefühlt.

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Anfang März 2017 wird  das Lamu Yoga Festival bereits zum 3. Mal abgehalten. In den vergangen beiden Jahren ist es sehr gut angekommen.  Die Veranstalter lassen sich auch immer sehr viel einfallen: da gibt es z. B. eine Yoga Session zum Sonnenaufgang am Shela Beach oder auch auf einem Surfboard im Wasser.

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Heute möchte ich jedoch über das Lamu Cultural Festival berichten. Dieses Jahr wird es zwischen dem 10. und 13. November abgehalten. Die faszinierendsten Veranstaltungen sind Bootsregatten. Etwa 15 Große Dhows segeln Richtung Festland, dann zurück nach Lamu, weiter Richtung der Insel Manda bevor dann das Ziel in Lamu ist. Interessant zum Beobachten sind auch die Wendemanöver. Da wird um jeden Meter bzw. den optimalen Kurs gekämpft, manchmal kentern leider auch mal Boote. Nach dem Zieleinlauf wird dann richtig gefeiert: jeder will auf das Siegerboot aufspringen, manche klettern den Mast hoch. Das Bootsrennen kann man am Besten von der Seafront aus beobachten, man kann aber auch mit kleinen Motorbooten dem Rennen folgen. Wie war doch gleich nochmal der Spruch von einem Sportsender vor langer Zeit in Deutschland? Mittendrin statt nur dabei!

Ein weiteres Highlight sind die Eselsrennen entlang der Seafront. Da wird alles gegeben, nur manchmal kommt es aber auch vor, dass der Esel nicht so will und er den Reiter abwirft.

Abends finden auf dem Mkunguni (Stadtplatz vor dem Lamu Fort) und an der Seafront traditionelle Tänze statt. Zusätzlich gibt es noch Ausstellungen im Lamu Fort, ein Fußballturnier, einen Schwimmwettbewerb und einiges mehr.

Während der Festivals platzt die Stadt aus allen Nähten: Hotels sind ausgebucht und das kenianische Fernsehen macht abends Live-Schaltungen. Und auch das Kenya Tourism Board ist mit von der Partie!

JamboHouse Lamu ist 3 Minuten vom Stadtplatz mit dem Lamu Fort entfernt. Gäste können den Sonnenaufgang von unserem neuen Top Roof sehen und dann, nach einem guten Frühstück, das Festival genießen.


Arnold Starosczyk (Jambo House) Jambo Logo

Arnold Starosczyk ist Eigentümer und Betreiber des Jambo House, eines Gästehauses auf der Insel Lamu. Alle hier veröffentlichten Fotos (c) Arnold Starosczyk / Jambo House.


Safari wie in den 70er und 80er Jahren

Ein Bericht von Monika Solanki (Mombasa). Kenia war schon in den 70er, 80er und 90er Jahren ein beliebtes Safariziel. Viele erinnern sich an diese Zeiten zurück. Wir würden daher gerne zwei historische Fahrzeuge zeigen, mit denen unsere Gäste noch heute auf Safari gehen können. Diese Fahrzeuge sind einzigartig: Wer eine Nostalgiesafari in Kenia erleben will, sollte darum frühzeitig buchen.

Unser ganzer Stolz ist unser Original Toyota Landcruiser  HJ 55, Baujahr 1973. Das Fahrzeug wurde in den 70er Jahren umgebaut und hat einen Aufbau aus echtem Teakholz. Damals wurde er noch von den Großwildjägern im Tsavo Ost und der umliegenden Gegend benutzt. Er bietet Platz für maximal 6 Personen.

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So sieht unser Landcruiser HJ 55 heute aus …
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… und so sah er aus, als wir ihn bekommen haben.

Etwas jünger ist unser Toyota Landcruiser HJ60 Baujahr 1992. Er ist seitdem immer auf Safaris in vielen Teilen von Afrika gefahren. In dem Fahrzeug können maximal 5 Personen sitzen.

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Unser Landcruiser HJ60

Auf Safari hatten wir und unsere Kunden schon etliche unvergessliche Erlebnisse. Eines Tages besuchten wir eine evangelisch-lutherische Gemeinde zwischen Kajiado und dem Amboseli Nationalpark. Jemand fragte, ob wir ein Mädchen, das zum Krankenhaus musste, mitnehmen könnten. Wir haben natürlich ja gesagt… Als wir aus der Kirche kamen und ins Auto wollten, war kein Platz mehr: Es waren sicher 25 Personen im Fahrzeug. Einige Insassen mussten wir leider aus Gründen der Verkehrssicherheit aussortieren, fuhren dann aber so voll wie möglich los. Wir hatten viel Spaß während der Fahrt.

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Auch unser österreichischer Kunde Mag. Karl Scheliessnig hatte kürzlich eine ganz besondere Begegnung auf Safari mit unserem Landcruiser HJ 55: Auf Pirschfahrt in der Masai Mara saß plötzlich ein Gepard auf der Motorhaube.

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Foto (c) Mag. Karl Scheliessnig

Allerdings kein Grund zur Sorge: In der Masai Mara haben Geparden schon vor Jahren gelernt, dass man von Autos aus einen guten Blick hat, um nach Beute zu schauen. Für die Passagiere im Safarifahrzeug besteht dabei, wenn man sich umsichtig verhält, keine Gefahr, da Geparde nicht als angriffslustig gelten!

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Foto (c) Mag. Karl Scheliessnig

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Monika Solanki und ihr Mann Mahendra sind Eigentümer und Geschäftsführer von Special Lofty Safaris, einem Anbieter von Safaris und Ausflügen mit Sitz in Mombasa. Monika Solanki ist außerdem Vorsitzende vom Küstenzweig der Kenya Association of Tour Operators (KATO).


Kenias Küste zwischen Mombasa und dem Tana-Fluss. Teil 3 von 3: Watamu

Im ersten Teil unseres Blog-Artikels über unsere Pressereise an die Küste Kenias haben wir über die Anreise und den ersten Tag in Mombasa berichtet. Im zweiten Teil haben wir unseren Lesern die Delta Dunes Lodge im Tana Delta vorgestellt.

Nach zwei Tagen im Tana-Delta fuhren wir über Malindi zurück nach Süden und erreichten kurz nach Mittag Watamu, eine ruhige Ferienregion, die von Malindi im Norden rund 20 Minuten, bzw. von Mombasa im Süden rund zwei Stunden Fahrtzeit entfernt ist. Wir bezogen Quartier in Medina Palms.

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Poollandschaft in Medina Palms. Foto (c) Birger Meierjohann

Es handelt sich bei Medina Palms um kein Hotel im eigentlichen Sinne, sondern um eine Anlage von Privatvillen- und Apartments, erbaut im omanischen Stil, in die man sich als Investor einkaufen kann. Das Management von Medina Palms verwaltet die Anlage und vermietet an Urlaubsgäste. Man kann sein Essen sowohl in der eigenen Küche zubereiten (bzw. zubereiten lassen) und beispielsweise auf der eigenen Dachterrasse essen oder das Restaurant nutzen. Der Strand von Watamu gilt als einer der schönsten Strände Afrikas. Daher stutzen einige von uns beim Anblick des angeschwemmten Seegrases. Max Cheli, der General Manager von Medina Palms, klärte uns auf: Das Seegras wird vor allem in den Monaten Mai bis Juli angespült, die ohnehin als Nebensaison gelten. Das Seegras ist ein wichtiges Element des Ökosystems und schützt vor Stranderosion. Da die Küste vor Watamu Meeresnationalpark ist, wird das Seegras nie künstlich entfernt. Man wartet einfach, bis sich die Strömungen ab Juli wieder ändern, die Wellen das Grünzeug wegwaschen und für die nächsten Monate einen puderweißen Sand hinterlassen.

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Am Strand von Watamu. Foto (c) Birger Meierjohann

Am Nachmittag besuchten wir noch die nahegelegenen Ruinen von Gede. Die Mauern dieser Swahili-Stadt wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt, nachdem sie im 17. Jahrhundert aus unbekannten Gründen verlassen wurde. Etliche Mythen ranken sich um diese im Wald versunkene Stätte und auch uns erzählte man hinter vorgehaltener Hand einige Schauergeschichten. Während der Führung durch die Ruinen konnten wir neben den Affen, die heute die unumstrittenen Herrscher von Gede sind, im dichten Unterholz noch zwei Buschböcke entdecken. Das skurrilste Tier, welches hier und im benachbarten Arabuko-Sokoko-Forest lebt, nämlich das Rüsselhündchen, eine fast hasengroße Elefantenspitzmaus, blieb uns leider verborgen.

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In den Ruinen von Gede. Foto (c) Birger Meierjohann

In direkter Nachbarschaft zu den Ruinen wird zudem das Kipepeo Project, eine Schmetterlingszucht betrieben: Kleinbauern der Umgebung sammeln im Wald Schmetterlingspuppen, welche in den Einrichtungen von Kipepeo gesammelt werden. Die geschlüpften Schmetterlinge werden gewinnbringend an Schmetterlingshäuser in aller Welt verkauft. Es handelt sich dabei um keinen Raubbau, sondern um nachhaltige Nutzung: Durch die sorgfältige Aufzucht im Schmetterlingshaus schlüpfen viel mehr Schmetterlinge als in der freien Natur. Das Kipepeo Project möchte so erreichen, dass das intakte Ökosystem einen Wert bekommt: Arabuko Sokoke ist eines der letzten großen Waldgebiete, welche sich früher die gesamte ostafrikanische Küste entlangzogen. Der Wald ist bedroht durch Holzeinschlag, Holzkohleproduktion, Wilderei und Rodung für Ackerbau. Umso wichtiger ist die Schaffung alternativer Einkommensquellen wie der Schmetterlingszucht, für die ein intakter Wald einen Wert darstellt.

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Schmetterling im Kipepeo Project. Foto (c) Birger Meierjohann

In Watamu gibt es viele weitere Beispiele von lokalen Projekten. Ein weiteres haben wir am nächsten Tag besucht, nämlich den Crab Shack in Dabaso, weniger Kilometer von Watamu entfernt am Rande des Mida Creek. Der Mida Creek ist ein 32 km² großer, von Mangroven gesäumter Meeresarm, welcher tief ins Landesinnere hineinragt. Im Örtchen Mida begann man schon früh damit, Stege einzurichten, über die Touristen die Mangroven erkunden konnten. Andere Orte am Creek, die weniger gut erreichbar waren, hatten diese Möglichkeit nicht und entsprechend wenig Motivation, auf den Schutz der Mangroven acht zu geben. Die Kommune von Dabaso entwickelte daher zusammen mit dem Kenya Forestry Service ein Konzept, in den Mangroven ein kleines Restaurant auf Stelzen einzurichten. Serviert wird frisches, lokales Seafood! Es wird empfohlen, mindestens einen Tag vorher telefonisch zu reservieren. Die beste Zeit für ein Essen im Crab Shack ist der Abend, wenn man den Sonnenuntergang über den Mida Creek genießen kann. Was perfekt kombinierbar ist mit einer ebenfalls vor Ort angebotenen Bootsfahrt nach Kirepwe Island mit Besuch in einem Giriama-Dorf. Aus Zeitgründen waren wir „nur“ für ein Mittagessen im Crab Shack, aber dennoch begeistert.

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In den Mangroven auf Stelzen erbaut: Der Crab Shack in Dabaso. Foto (c) Ramon Schack

Nur ein paar Minuten entfernt besuchten wir nach dem Mittagessen die kommunale Recycling-Station der Watamu Marine Association (WMA). Steve Trott erklärte uns, wie an den Stränden Ostafrikas je nach Region, Jahreszeit und Tide zeitweise große Mengen Plastikmüll aus dem Indischen Ozean angespült werden. Nur zum kleinen Teil Müll aus Kenia selbst – viel mehr aus den Golfstaaten, aus Indien und sogar Malaysia und Thailand. Ich selbst hatte am Vortag eine Wasserflasche mit malaysischem Etikett gefunden! In Watamu und anderen Orten (darunter auch Delta Dunes) werden regelmäßige „Beach clean-ups“ durchgeführt und angeschwemmter Plastikmüll gesammelt. Außerdem fällt in einem Urlaubsort wie Watamu überproportional viel Plastikmüll in der Hotellerie an. Hier in Dabaso wird dieser Müll nach Material und Farbe getrennt und gewinnbringend als Rohstoff an Industrien in Mombasa verkauft.

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Recycling-Zentrum der Watamu Marine Association. Foto (c) Birger Meierjohann

Eine win-win-Situation ist z.B. die Produktion von Zaunpfählen: Zum einen wird das Plastik dem Meer entnommen, zum anderen wird weniger Holz verbraucht, also weniger Bäume gefällt – und dabei auch noch Geld verdient. Besonders beeindruckend fanden wir, wie Glas- und Plastikflaschen beim Häuserbau in die Wände eingearbeitet werden, wodurch Steine, Zement und andere Baustoffe gespart werden. Das Recycling-Projekt von Dabaso zeigt noch zahlreiche weitere Methoden der Abfallverwertung und wir hoffen sehr, dass diese Beispiele Schule machen und in anderen Teilen Kenias und der Welt Anwendung finden.

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Steve Trott von der WMA erklärt das Projekt. Foto (c) Birger Meierjohann

Nach dem Besuch des Recycling-Projekts wechselten wir noch einmal unsere Unterkunft. Das Los entschied: Zwei von uns kamen ins Watamu Tree House, vier ins Aragon House, eine private Villa. Beide Unterkünfte waren grundverschieden: Das Watamu Treehouse ist ein Boutiquehotel in zwei, in einem verspielten, an eine Mischung aus Hundertwasser und orientalischem Stil erbauten Türmen mit nur 7 Zimmern.

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Eines der originellsten Hotels in Watamu. Foto (c) Watamu Treehouse

Der Eigentümer, der Amerikaner Paul Krystall, ist Yoga-Lehrer und bietet auf der Dachterrasse des Treehouse Yoga-Stunden an. Er selbst war zwar außer Landes, aber auch bei seinem Mitarbeiter waren wir in besten Händen. Manche würden die Frage stellen: Yoga in Kenia? Wir sagen: Warum eigentlich nicht? Kenias große Stärke war schon immer Weltoffenheit, Facettenreichtum und Raum für Überraschung. Wir haben unsere erste Yoga-Stunde auf jeden Fall genossen.

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Yoga im Watamu Treehouse. Mehr dazu bald auf http://www.silviaschreibt.de. Danke an Silvia für das Modell stehen. Foto (c) Birger Meierjohann

Ein weiteres Highlight war das Abendessen: Nach dem Konzept des Hause nur gesunde und frische Zutaten, ohne viel Fett, Salz und Zucker zubereitet. So bekömmlich isst man selten. Soft Drinks und Alkohol wird nicht serviert, aber es wäre kein Problem, eigene Getränke mitzubringen. Zur Übernachtung kehrten vier von uns, darunter auch ich, ins zu Fuß 10 Minuten entfernte Aragon House zurück. Unsere Villa verfügt über vier Schlafzimmer und einen Infinity-Pool mit Meerblick, aber zu Fuß einige Minuten vom Strand entfernt.

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Aragon House bei Watamu. Foto (c) Birger Meierjohann

Das Aragon House wird von Watamu Property Services verwaltet. Wie uns der Geschäftsführer Ivor Engel erklärte, kümmert sich sein Unternehmen um die Vermietung von rund 40 Villen und Appartements in Watamu an Feriengäste. Die Eigentümer dieser Häuser leben in den meisten Fällen im Ausland, teilweise auch in Nairobi, und sind darum einen großen Teil des Jahres nicht vor Ort. Durch die Weitervermietung ist es den Eigentümern zudem möglich, ihrem Hauspersonal dauerhafte Beschäftigung zu bieten. Uns wurde am Morgen der Abreise noch ein leckeres Frühstück auf der Terrasse zubereitet.

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Frühstück im Aragon House. Foto (c) Birger Meierjohann

Am Abreisetag erwartete uns dann ein letztes Highlight, bevor wir wieder die Rückfahrt in Richtung Flughafen antraten: Nämlich der Besuch des Local Ocean Trust, einem Projekt, welches sich für den Schutz der Meeresschildkröten an der kenianischen Küste einsetzt. Obwohl der Lebensraum für Meeresschildkröten gerade in Watamu mit ausgedehnten Seegraswiesen, Korallenriffen und den Mangrovenwäldern am Mida Creek optimal ist, sind die Schildkröten zunehmend bedroht: Sowohl durch die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik, welches oft versehentlich verschluckt, aber nicht verdaut werden kann, als auch durch Wilderei. An Kenias Küste werden Schildkröten selten gezielt gejagt, aber es kommt durchaus vor, dass Fischer eine Schildkröte in ihrem Netz finden und aufgrund ihres Fleisches schlachten. Der Panzer der Unechten Karettschildkröte ist zudem begehrt, da sich aus ihm Schmuck herstellen lässt. Der Local Ocean Trust hat ein Programm entwickelt, welches Fischern einen finanziellen Ausgleich bietet, wenn sie den versehentlichen Fang einer Schildkröte melden. Mitarbeiter des Local Ocean Trust kümmern sich dann darum, die Schildkröte abzuholen und vorübergehend in der Station in Watamu einzuquartieren.

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Grüne Meeresschildkröte unter Beobachtung in der Station des Local Ocean Trust. Foto (c) Birger Meierjohann

Jede Schildkröte wird untersucht, gemessen, gewogen und markiert und im besten Fall am Folgetag wieder ins Meer entlassen. Wenn die Schildkröte verletzt oder krank ist, bleibt sie bis zur Genesung in der Station. Da der Local Ocean Trust alleine durch Spenden finanziert wird, freut man sich über jeden Beitrag.

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Der  Local Ocean Trust freut sich über Unterstützung. Foto (c) Birger Meierjohann

Bei unserem Besuch war gerade eine ausgewachsene Grüne Meeresschildkröte („Suppenschildkröte“) und eine nur wenige Wochen alte Unechte Karettschildkröte zur Beobachtung vor Ort. Unser großes Glück war nun, dabei sein zu dürfen, wie die Grüne Meeresschildkröte am Strand von Watamu wieder ins Meer entlassen wurde.

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Grüne Meeresschildkröte auf dem Weg zurück ins Meer. Foto (c) Birger Meierjohann

Der perfekte Abschluss für eine abwechslungsreiche Reise zwischen Mombasa und dem Tana-Delta.

Einen weiteren Bericht über Watamu findet Ihr, verfasst von der Bloggerin Silvia Tichler, auf www.silviaschreibt.de, sowie auch von Lukas Charwat auf www.chaluk.com.


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Birger Meierjohann bereist Kenia seit 1994. Seit 2007 ist er Verantwortlicher für Pressearbeit bei der Vertretung des Kenya Tourism Board für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Mettmann bei Düsseldorf.


Kenias Küste zwischen Mombasa und dem Tana-Fluss. Teil 2 von 3: Im Delta des Tana-Flusses

Im ersten Teil unseres Blog-Artikels über unsere Pressereise an die Küste Kenias haben wir über die Anreise und den ersten Tag in Mombasa berichtet.

Am Folgetag brachen wir morgens auf in Richtung Tana-Delta. Wir passierten den Mtwapa Creek, die Sisalplantagen von Vipingo, den Kilifi Creek und den Arabuko Sokoke Forest, bis wir mittags am Nakumatt-Einkaufszentrum in Malindi eine kurze Mittagspause einlegten.

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Fahrt über die Brücke am Kilifi Creek

Danach ging es weiter. Erst überquerten wir den Sabaki-River, dann fuhren wir an zahlreichen Flachen Salinenbecken vorbei, an denen Meersalz gewonnen wird. Kleinere Gruppen von Flamingos suchten im Wasser stakend nach Nahrung.

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Salzgewinnung nördlich von Malindi

Gut eine Stunde hinter Malindi wurden wir an einer Abzweigung erwartet: Richard Corcoran, der Betreiber der Delta Dunes Lodge, stand mit seinem Geländewagen bereit, um uns den Weg zu unserer nächsten Unterkunft zu weisen. Wir fuhren durch immer trockenere und dünner besiedelte Landschaft, bis wir schließlich das grüne Schwemmland des Tana River erreichten, des längsten Flusses Kenias. Unser Fahrzeug konnten wir am Ufer eines kleinen Flussarmes zurücklassen. Mit unserem Gepäck bestiegen wir ein Boot und erreichten nach rund 15 Minuten die Delta Dunes Lodge.

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Offenes Zimmer in der Delta Dunes Lodge

Die Lodge liegt im Mündungsbereich des Tana-Flusses innerhalb des 50.000 ha großen Lower Tana Delta Community Conservancy. Das Delta selbst ist ein Gewirr aus zahllosen Flussarmen, Mangrovensümpfen, Schwemmland und Dünen, welche sich durch die Kraft des Flusses und der Gezeiten fortlaufend verändert.

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Morgenstimmung in den Dünen

Im Delta lebt so ziemlich alles, was die afrikanische Tierwelt zu bieten hat, allerdings ist Tierbeobachtung aufgrund des unwegsamen Geländes schwierig. Bei Bootsfahrten auf den Mündungsarmen des Tana konnten wir zahlreiche Wasservögel beobachten.

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Der Graufischer ist die häufigste Eisvogelart in Ostafrika

Auch ein Flusspferd bekamen wir zu Gesicht, allerdings halten sich diese Dickhäuter ebenso wie Krokodile lieber etwas weiter flussaufwärts auf, wo das Flusswasser nicht mehr so salzig ist wie an der Mündung. Darum kann im (salzigen) Mündungsbereich direkt an der Lodge auch gefahrlos Wasserski oder Kajak gefahren werden.

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Das Tana-Delta ist die Heimat zahlreicher Flusspferde

Nachdem Richard bei unserer Tour mit dem Motorboot im Schlamm am Flussrand frische Fußabdrücke von Elefanten entdeckt hatte, versuchten wir, diese auf einem kleinen Fußmarsch aufzuspüren – leider vergeblich.

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Auf „Pirschfahrt“ mit dem Motorboot

Entschädigt wurden wir dafür mit überraschenden Tierbeobachtungen beim Abendessen: Die Lodge hat nämlich mit zwei Buschbabys und einer Ginsterkatze regelmäßige Gäste, die genau wissen, dass sie jeden Abend je ein Teller mit kleinen Stücken Banane (für die Buschbabys) und Fisch (für die Ginsterkatze) erwartet.

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Das Bushbaby holt sich sein Abendessen ab

Die Anziehungskraft von Delta Dunes stellt in erster Linie die Abgeschiedenheit inmitten ursprünglicher Wildnis dar. Man teilt sich Dutzende Kilometer Strand alleine mit der Handvoll anderer Gäste der Lodge, welche lediglich über 7 Zimmer verfügt, und einigen Fischern.

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Kilometerlange Dünen am Indischen Ozean

Bei dem Conservancy handelt es sich um kommunales Land der beiden Volksgruppen im Delta: Der Pokomo, welche traditionell Ackerbauern kommen und der Orma, einem Hirtenvolk mit Wurzeln in Äthiopien.

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Besuch in einem Dorf der Orma

Ein Gremium, bestehend aus Vertretern der lokalen Gemeinschaften und der Delta Dunes Lodge, verwaltet das Conservancy. Ziel ist es, die ursprüngliche Natur des Deltas zu erhalten und mit nachhaltiger Nutzung der Ressourcen Einkommen für die Lokalbevölkerung zu erzielen. Da eine so kleine Lodge niemals den Schutz eines so großen Gebietes finanzieren kann, werden weitere Einnahmequellen erschlossen, z.B. die Bienenzucht und Honigproduktion. Auch der Aufbau eines Betriebs zur Weiterverarbeitung von Mangos ist angedacht: Im Delta wachsen mehr Mango-Bäume als für den Eigenbedarf genutzt werden kann. Die Verbindung aus Naturschutz, Tourismus und nachhaltiger menschlicher Nutzung ist auf jeden Fall das große Anliegen des Conservancy.

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Fischerboot vor den Dünen des Tana Delta

Für Richard Corcoran, den Betreiber der Delta Dunes Lodge, ist das Ganze eine Herzenssache. Als Eigentümer von Liberty Kenya Safaris, einem der größten Reiseunternehmen in Kenia und weiterer Lodges in der Masai Mara, in Tsavo und in der Serengeti leistet er sich den „Luxus“, mit Hilfe der Delta Dunes Lodge einen Beitrag zur Erhaltung des Tana-Deltas zu erhalten. Selbst, wenn die Kosten z.B. für die Ausbildung, Gehälter und Ausrüstung der eigenen Wildhüter des Conservancies, die Einnahmen durch den Tourismus übersteigen. Dennoch betont Corcoran ganz klar: Das landesweit erfolgreiche Konzept der Conservancies, also die Zusammenarbeit lokaler Gemeinschaften und privater Investoren, ist auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen und die beste Form von Naturschutz außerhalb der staatlichen Nationalparks. Ohne die so erzielten Einkommen könne sich kein afrikanisches Land leisten, sein Naturerbe effektiv zu schützen. Jeder Safari-Urlauber leiste daher einen direkten Beitrag für die Erhaltung der afrikanischen Naturschätze.

Wenn Ihr unserem Reisebericht weiter folgen wollt, geht es hier zum dritten und letzten Teil, in dem wir über unseren Aufenthalt in Watamu erzählen.

Einen weiteren Bericht über die Delta Dunes Lodge findet Ihr, verfasst von der Bloggerin Silvia Tichler, auf www.silviaschreibt.de, sowie auch von Lukas Charwat auf www.chaluk.com.


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Birger Meierjohann bereist Kenia seit 1994. Seit 2007 ist er Verantwortlicher für Pressearbeit bei der Vertretung des Kenya Tourism Board für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Mettmann bei Düsseldorf.


Kenias Küste zwischen Mombasa und dem Tana-Fluss. Teil 1 von 3: Anreise und erster Tag in Mombasa

Als Repräsentanz des Kenya Tourism Board für den deutschsprachigen Raum sind wir regelmäßig sowohl mit Journalisten als auch mit Vetretern von Reisbüros und Reiseveranstaltern auf Info- oder Recherchereise in Kenia. Zuletzt Ende Mai 2016 mit einer kleinen Gruppe von Pressevertretern im Auftrag unterschiedlicher Medien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel war die kenianische Küste zwischen Mombasa und dem Delta des Tana-Flusses. Kenia, gerade seine Küste, ist bei deutschsprachigen Urlaubern schon seit den 70er Jahren ein recht bekanntes Reiseziel. Dennoch ist vielen kaum geläufig, welche Vielfalt diese Region bietet und welche Entwicklungen es im Bereich der Hotellerie gibt. Diese Facetten zu zeigen, war Sinn und Zweck unserer Reise.

Wir starteten am 25. Mai mit Ethiopian Airlines: Zwei von uns ab Wien, drei ab Frankfurt. Nach dem Umsteigen in Addis Abeba ging es direkt weiter nach Mombasa. Ethiopian Airlines fliegt täglich nonstop von Frankfurt und Wien nach Addis Abeba und von dort aus zu weiteren 53 Destinationen auf dem afrikanischen Kontinent, darunter auch Nairobi und Mombasa. Somit sind auch Gabelflüge möglich – eine sehr sinnvolle Option für Reisende, die Strandurlaub mit einer längeren Safari verbinden wollen. Insgesamt bedient die Fluggesellschaft mit Sitz in Addis Abeba 93 internationale Destinationen rund um den Globus und das auf insgesamt 5 Kontinenten.

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Mit Ethiopian Airlines nach Kenia. Foto (c) Ethiopian Airlines

Knapp eine Stunde vor der Landung konnten wir schon einiges von der Geografie Kenias aus der Luft erkennen: Z.B. den Tana-Fluss, die Mündung des Sabaki River bei Malindi und weit in der Ferne sogar den Kilimanjaro. Den Mount Kenya konnte man anhand einiger Wolkentürme erahnen.

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Blick aus dem Flugzeug auf den Tana-River, den längsten Fluss Kenias. Foto (c) Birger Meierjohann

Nach der Landung in Mombasa verliefen die Einreiseformalitäten zügig. Nach rund 45 Minuten waren wir durch Passkontrolle, Gepäckausgabe und Zoll.  Dennoch: Leider waren die Visaformulare nicht im Flugzeug, sondern erst am Flughafen erhältlich, was wir in letzter Zeit schon bei unterschiedlichen Airlines ähnlich erlebt haben. Darum unser Tipp: Am Besten das Visaformular vorher downloaden und als Ausdruck mitnehmen oder vor der Reise das eVisa beantragen. Dann steht man bei der Passkontrolle gleich viel weiter vorne und muss nicht erst noch Formulare ausfüllen.

Das erste Quartier unserer Reise war die English Point Marina in Nyali, direkt am Tudor-Creek, welcher Mombasa umschließt. Was viele nicht wissen: Mombasa ist eigentlich eine Insel, welche durch diesen schmalen Meeresarm vom Festland getrennt wird. Die erst im Januar 2016 eröffnete English Point Marina liegt direkt gegenüber dem Fort Jesus und der historischen Altstadt von Mombasa.

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Blick von der English Point Marina auf den alten Hafen und die Altstadt von Mombasa. Foto (c) Birger Meierjohann

Die Marina, die sich in einen Hotelbereich und einen Bereich mit privaten Appartements aufteilt, ist eines der Vorzeigeprojekte im Rahmen der Vision 2030, Kenias Masterplan, sich bis 2030 zu einer Wirtschaft mittleren Einkommens zu entwickeln.

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Der Infinity Pool der English Point Marina. Foto (c) Birger Meierjohann

Die English Point Marina kann man guten Gewissens als luxuriös bezeichnen. Da sie nur über einen kleinen Strand verfügt, ist sie aber kein Hotel für Badeurlauber, aber für diejenigen geeignet, die eine absolut erstklassige Unterkunft in Stadtnähe suchen.

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Luxuriöse und moderne Zimmereinrichtung. Foto (c) Birger Meierjohann

Wir entschlossen uns, den Nachmittag für eine Besichtigung des Fort Jesus zu nutzen. Das portugiesische Fort aus dem 16. Jahrhundert, welches von den National Museums of Kenya verwaltet wird und seit 2011 Teil des UNESCO-Welterbes ist, gilt als eines der Wahrzeichen von Mombasa. Per Boot ist das Fort von der English Point Marina aus leider noch nicht zu erreichen, aber auch das wird sicher bald eingerichtet. So mussten wir uns neben zahlreichen Tuk-Tuks und Matatus durch den dichten, nachmittäglichen Verkehr der Hafenstadt wühlen, bis wir das Fort nach einer knappen halben Stunde Fahrzeit erreichten.

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Die „Königsberg Gun“ vor dem Fort Jesus: Eine Kanone des im ersten Weltkrieges versenkten deutschen Kriegsschiffes SMS Königsberg. Foto (c) Birger Meierjohann

Dort angekommen, der Alptraum jedes Fotografen: Meine Speicherkarte steckte noch im Laptop, den ich auf dem Zimmer gelassen hatte. Schade, denn das Licht am späten Nachmittag war einfach wunderbar! Dennoch ein interessanter Besuch – und ich war ohnehin weder zum ersten, noch zum letzten Mal dort.

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Das Fort Jesus, eines der Wahrzeichen von Mombasa. Leider ein Archivbild, da der Fotograf bei seinem aktuellen Besuch seine Speicherkarte vergessen hatte. Foto (c) Birger Meierjohann

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Birger Meierjohann bereist Kenia seit 1994. Seit 2007 ist er Verantwortlicher für Pressearbeit bei der Vertretung des Kenya Tourism Board für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Mettmann bei Düsseldorf.


5 Ausflugstipps in Tsavo West

Ein Bericht von Manja Seifert (Tsavo West). Liebe Kenia-Freunde! Das Severin Safari Camp inmitten des Tsavo West Nationalparks ist umgeben von einer atemberaubenden und gleichzeitig abwechslungsreichen Flora und Fauna. Neben spannenden Tierbeobachtungen gehört auch die Erkundung der Umgebung zu einem absoluten Muss während der Zeit im Camp. Meine Wenigkeit, Manja Seifert, die Gästebetreuerin des Camps habe die Top 5 der Ausflugstipps rund um das Camp einmal für Euch zusammengefasst:

1) Lake Jipe
Mein Geheimtipp, und sicher als erstes aufzuführen, ist der Lake Jipe. Der Weg führt durch den Park zum Maktao Gate. Die lange Fahrt (pro Strecke ca. 3 Stunden) wird durch einen unglaublichen Blick auf den See und über die Berge Tansanias entschädigt. Mit etwas Glück kann man hier schon Elefanten ganz nah sehen. Man kann mit einem Boot des Kenya Wildlife Service (geführt) hinaus auf den See fahren und die Hippos, Elefanten, Büffel und verschiedene Vogelarten beobachten (ca. 15 Euro pro Person/ Stunde). Ein Ort der Ruhe! Empfehlenswert ist es, vom Camp eine Lunch/ Picknick Box mitzunehmen und dieses am Lake Jipe (mit etwas Glück direkt neben den Elefanten) zu genießen.

Elefanten am Lake Jipe

2) Ranger & Masai Busch Walk
Schon allein die Einführung des KWS Rangers ist interessant, wenn dann aber der Masai erklärt, was bei der 4-stündigen Wanderung zu beachten ist, flößt einem dies spätestens jetzt Respekt ein. Der Marsch beginnt 7 Uhr am Morgen von Camp aus, Frühstücken kann man in Ruhe ab 06.30 Uhr im Severin Safari Camp. Ausgestattet sein sollte man mit bequemen, geschlossenen Schuhen, Kleidung in Khaki/ Naturfarben, einer langen Hose und einem Hemd. Ein Safarihut & Sonnencreme sind zu empfehlen sowie die Mitnahme einer kleineren Kamera & Fernglas. Ich würde hier nicht zu viel mitschleppen, da der Walk doch anstrengend ist und man lieber die Natur & Wildnis um sich herum hautnah selbst miterleben und genießen sollte. Der Walk ist wirklich einzigartig. Erlebnis und Adrenalin pur. Mit etwas Glück erlebt man Elefanten, Warzenscheine, Hippos, Krokodile, Zebras und Giraffen hautnah. Unterwegs hält man noch kurz an, um eine kleine Pause einzulegen. Der Masai hat einen Rucksack dabei, ausgestattet mit einem kleinen „Erste Hilfe Set“, Wasser, Chips und Äpfeln. Was der Masai über die Tiere und Natur während des Walks erklärt, ist Wahnsinn. Was für ein Naturvolk! Zurück im Camp ist man gegen 11 Uhr mit vielen neuen Eindrücken. Ein unvergessliches Abenteuer! Immer wieder!

Masai Walk
Foto (c) Frank Petersens

3) Poacher’s Lookout
Ein unbeschreiblicher und atemberaubender Blick in die Weite Afrikas bietet einem hier der Poacher’s Lookout, in ca. 980 m Höhe. Abschalten. Relaxen. Genießen. Am besten bequem mit einem kühlen Sekt, Gin Tonic oder Bier im Safaristuhl. Im Hintergrund laufen Mozarts Klänge von „Out of Africa“…….und der unvergessliche Blick zum schneebedeckten Kilimanjaro…Gänsehaut pur! Hier vergisst man alles um sich herum.

Sundowner am Poachers Lookout

4) Shetani Lava mit Besuch in einem Masai Dorf
Die Fahrt über den erstarrten Shetani-Lavastrom mit Besuch in einem der faszinierenden Masai Dörfer zwischen dem Tsavo West Nationalpark und Amboseli Nationalpark ist wie eine Fahrt in eine andere Zeit. Die rote Farbe der Masai Shuka-Umhänge erkennt man schon aus der Ferne… große, stolze Masai Krieger. Bunte Farbenkleider der Frauen. Gerüche der Ziegen und Kuhherden ziehen durch meine Nase, wenn ich das Masai Dorf besuche. Stolz und Schüchternheit der Masais sind erkennbar. Diese Kultur, die Menschen, ihr Einklang mit der Natur und ihre Traditionen. Ein Muss für alle, die dieses noch nie erlebt haben und fasziniert von fremden Kulturen, Sitten und Bräuchen sind.

Besuch im Masai Dorf

Sheitani

5) Mzima Springs
Die „Quellen des Lebens“ liegen wunderschön inmitten des Tsavo West Nationalparks und nur 15 Min vom Camp entfernt. Der Ursprung der klaren, natürlichen Quellen kommt vom Kilimanjaro und braucht Jahre, bis es hier heraus sprudelt. Über 60% dieses Wassers wird über Leitungen nach Mombasa gepumpt, um dort die Menschen mit Trinkwasser zu versorgen. Ein begehbarer Unterwassertank macht es möglich, Flusspferde, Fische & Krokodile unter Wasser zu beobachten. Die Mzima Springs erscheinen wie eine andere, fruchtbare, grüne Welt, inmitten des doch trockenen Nationalparks. Man kann in einem Rundweg durch die Springs laufen, und es erscheint mir jedes Mal schöner. Fast wie im Urwald! Ein eigenes Naturschauspiel! Das Klima scheint hier feuchter zu sein. Geheimtipp: Einen Ranger von den Mzima Springs für Euren Rundgang mitnehmen, welcher einem alles zu diesem Biotop erklärt.

Mzima

Nun liegt es an Euch, welchen Ausflug Ihr als erstes im Severin Safari Camp machen möchtet. Gerne könnt Ihr schon im Vorfeld zu Eurer Reise diese Aktivitäten über Severin Travel Africa dazu buchen.

Eure Manja Seifert


Manja Seifert          SSC-logo

Manja Seifert ist Gästebetreuerin im Severin Safari Camp im Nationalpark Tsavo West.


Es war einmal auf einer kenianischen Insel…

Ein Bericht von Amina Sabel (Wasini / Südküste). Ich wachte bei früher Tagesdämmerung auf; das Geräusch von brechendem Geäst muss mich aus meinen Träumen geholt haben. Ich hob meinen Kopf nur leicht vom Kissen und spähte mit schläfrigen Augen durch das niedrige, nur mit Netz bespannte Fenster hinaus und da, in einem Abstand von nur wenigen Metern sehe ich einen Ducker, eine scheue Antilope, welche die kleinen Dikdiks nur um weniges an Höhe übertrifft, wie sie friedlich nach mir schaut. Wir beäugen uns noch ein paar Minuten… solche absolut lieblichen schwarzen Augen… solch ein edles Gesicht… und dann ließ ich mein müdes Haupt wieder aufs Kissen sinken, um noch ein wenig weiterzuschlummern.

Ducker

Nach einem herzhaften Frühstück mit frischgebrühtem kenianischen Kaffee, Eiern von freilaufenden Hühner, traditionellem Swahili-Gebäck und einer Auswahl an Früchten machten wir uns fertig, um zwischen den Korallen direkt vor dem Bootsanlegesteg zu schnorcheln. An diesem Morgen war Ebbe – ideal für diejenigen, die nicht so tief tauchen wollen. Es gibt sandigen Meeresboden, Stellen mit Seegras, und große Flächen von steinigem Untergrund – alle mit ihren spezifischen Bewohnern. Nirgends zuvor hatte ich so riesige, blaue Seesterne gesehen, die beim ersten Anblick wie alte Gummireste aussehen… aber ich persönlich mag doch die Walzenseesterne mit ihren roten Dornen mehr.

Seestern

Und dann die Korallen mit ihren farbenfrohen Fischbewohnern; einige Einzelgänger, die mich sehr interessiert anschauen, andere wiederum in dichten Schwärmen, die total beschäftigt scheinen und mich glattweg ignorieren…. ich werde wohl nie überdrüssig, dieses Naturschauspiel zu bewundern… und essbare Muscheln und Austern haben wir dabei auch entdeckt – frisch vom Meeresboden direkt auf den Tisch!

Muscheln

Dann ist es Zeit, ein bisschen auf der Sonnenliege auszuruhen. Es gibt doch nur wenige Dinge, die besser sind, als unter Palmen zu faulenzen und dabei frisches Kokosnusswasser zu trinken. Heute keine besonderen Vorkommnisse am Klippenstrand, nur zwei Diademmeerkatzen, die sich gegenseitig durch die hohen Äste über unseren Köpfen jagen während sie sich gegenseitig beschimpfen. Dann wieder friedliche Stille: ein Rackenvogel ruht auf der Klippe, um einen guten Blick auf die darunter schwimmenden Fische zu haben, ein Ausleger-Kanu segelt vorbei… in einiger Entfernung sind einige Fischer mit ihren Netzen beschäftigt… idyllisch, und die Worte „nicht von dieser Welt“ kommen mir in den Sinn!

Fischer

Aber die Zeit geht auch hier voran und es wird schon Zeit für ein leichtes Mittagessen. Die “Vibungala”, eine kleine Bananenart mit einem apfelähnlichen Geschmack, ist heute meine Lieblingszutat. Und dann ist auch schon Zeit, mich auf meine Swahili Beauty Session vorzubereiten: die Hennaspezialistin wird meine Haut als Leinwand verwenden und meine Arme und Beine kunstvoll mit orientalischen Motiven bemalen. Es ist in der Tat anstrengend, für gut eine Stunde seine Glieder in einer Position zu halten, so dass sie mit nichts in Berührung kommen, bis das Henna vollständig ausgetrocknet ist; eine Stunde, die durch Tratschen über Dinge von Kinder- bis zu Dorfangelegenheiten, aber doch wie im Fluge, vorbeigeht.

Henna

Und dann der krönende Abschluss: nachdem die trockene Hennapaste erst abgeschabt und dann abgewaschen wurde: die Wasini Spa-Behandlung mit frischem Saft der Aloe Vera! Dies hat nicht nur eine sehr beruhigende und pflegende Wirkung auf die Haut, sondern sorgt auch dafür, dass die Hennabemalung länger anhält. Und nach dem ganzen Prozedere fühle ich mich wie die Königin von Shaba selbst!

Aloe Vera

Für einen kleinen Bootsausflug langt die Zeit auch noch. Das kleine arabische Segelboot “Blue Whale” ist abfahrbereit am Bootssteg. Es ist jetzt Flut und wo heute Morgen trockener Meeresboden war, sind jetzt ca. 2 Meter tief Wasser! Der Wind kommt günstig vom Süden und wir können daher direkt nach Westen der untergehenden Sonne entgegen segeln, und danach zurück ohne auch nur ein einziges Mal den Außenbordmotor starten zu müssen. Eine tolle Atmosphäre: wir hören nur den Wind über die Segel streichen und das Geräusch des Wassers, wenn das Boot die Wellen auf und abfährt.

Blue Whale

Wir sehen Seeschwalben beim Fischfang – wahrscheinlich Sardinen – aber ansonsten bestaunen wir einfach die vorbeiziehenden Mangroven, die im orangenen Schein des zur Neige gehenden Tages getaucht sind, sehen Reiher in ihrem Geäst und ein Paar Schreiseeadler, die hoch über uns kreisen, bis die Sonne am Horizont in einer Wolkenschicht über den tansanischen Bergen versinkt.

Indischer Ozean

Zurück an Land und nach einer guten Dusche erwartet uns noch eine Überraschung: der alte Fischer, der die dicken, saftigen Mangrovenkrebse fängt, hat etwas von seinem heutigen Fang vorbeigebracht. Das Abendessen mit frischen Krebsen und den am Morgen gesammelten Muscheln und Austern – ein köstlicher Meeresfrüchte-Schmaus zum Abschluss eines perfekten Inseltages. Frühes Zubettgehen scheint genau richtig, denn morgen früh steht eine 5-km-Wanderung zum östlichen Ende der Insel auf dem Plan; eine Tour, die uns bei Ebbe entlang der nördlichen Küste und Affenbrotbaumwäldern führen wird, dann ein Besuch des abgelegenen Fischerortes “Mkwiro”, bevor wir wieder westwärts entlang der Südküste der Insel mit seinen Mangrovenwäldern und Kokosnussplantagen zu den Blue Monkey Beach Cottages zurückkehren werden.
Kokosplantage
Den morgigen Nachmittag haben wir uns freigehalten… evtl. Für Standup-Paddling? Ach nein, wir haben ja versprochen, bei der zweimonatlich stattfinden Strandreinigung des Wasini Youth Nature Club mitzuhelfen. Na ja, danach wird uns ein Abendschwimmgang doppelt gut tun!
Mangroven
Ein weiterer Tag liegt hinter uns auf dieser Insel, wo Solaranlagen die Hauptenergiequellen sind, ein Ort, an dem keine Klimaanlagen vor sich hinbrummen, ein Ort wo man noch pure Natur erleben kann und einen Blick in die Vergangenheit erhält, wie die Inselbewohner hier vor einem Jahrzehnt, oder vielleicht sogar einem Jahrhundert gelebt haben. Nur damals gab es natürlich noch keine Mobiltelefone und keine Digitalkameras, um die beeindruckenden Ansichten festzuhalten und per Internet mit dem Rest der Welt zu teilen…naja, zum Glück hat sich das hier geändert – und der Rest ist geblieben, wie er war!


Amina Sabel

Amina Sabel, hier mit ihrem Mann Feisal abgebildet, ist Miteigentümerin des Wasini Travel Guide, der Blue Monkey Beach Cottages und Banda Mlimani. Sie ist Gründungsmitglied der Wasini Boat Operators und des Wasini Youth Nature Clubs.


„Meine bewegende und unvergessliche Zeit in Kenia“

Ein Beitrag von Sophie Lauber, Fulda. Von Ende Oktober bis Mitte November hatte ich die Chance, an einer Reise der ganz besonderen Art teilzunehmen. Der gemeinnützige und in Fulda ansässige Verein „Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen“ (LebKom) gibt seit vielen Jahren regelmäßig durch das Mit-Reiseprojekt „As Friends to Kenya“ interessierten MitbürgerInnen die Möglichkeit, in den Westen Kenias mitzufahren. Frauen der Luo Ethnie, in einer Frauengruppe organisierte, sehr engagierte kenianische Frauen, pflegen seit langem eine intensive freundschaftliche Beziehung zu dem Fuldaer Verein und laden immer wieder aufgeschlossene Reisefreudige ein, ihren Lebensalltages vor Ort mit ihnen zu teilen, um so ihr Leben, ihre Kultur hautnah kennenzulernen. Dies ist ein ganz besonderes Angebot, Verstehen zwischen kenianischen und deutschen Menschen zu fördern. Während unseres Aufenthalts wohnen wir also direkt in einer großen kenianischen Familie, die ihre Häuser eigens für uns liebevoll als Gästeunterkünfte herrichtet. Der Empfang bei unseren kenianischen Gastgeberinnen ist unvergesslich: Als wir in das Grundstück einfahren, erwarten uns bereits zahlreiche Frauen und Kinder, die freudestrahlend auf unseren Bus zulaufen. Unser Aussteigen ist begleitet von ausgelassenem, fröhlichem Tanzen und Singen der Kenianerinnen. Alle freuen sich sichtlich über unsere Ankunft und stecken uns mit ihrer Begeisterung unmittelbar an. Die außergewöhnliche Herzlichkeit unseres Willkommenheißens hat uns alle sehr bewegt.

As Friends to Kenya - Besuch des Fulda-Mosocho-ProjektesMein Leben in einer kenianischen Luo-Familie
Unsere Tage waren vor allem geprägt davon, unsere Gastgeberinnen – und ihre Familien – kennenzulernen, sich mit ihnen auszutauschen und möglichst viel über ihre Leben zu erfahren. Da sie der Volksgruppe der Luo angehören, hatten wir die Gelegenheit, die kulturellen Gepflogenheiten einer der größten Ethnien Kenias im direkten Austausch intensiv kennenzulernen. Vieles haben wir einfach durch das gemeinsame Erleben im Alltag erfahren: Wir haben zusammen gekocht und dabei von den Frauen gelernt, kenianische Rezepte zuzubereiten, bei der Bearbeitung von Sisal mitgemacht, auf den Feldern unserer Gastgeberinnen mitgearbeitet und dabei viele Pflanzen des kenianischen Hochlands und ihre heilsamen Wirkungen kennengelernt, gemeinsam Wasser aus der nächst gelegenen Wasserstelle geholt und allabendlich zusammen gesessen und uns über unsere gemeinsamen Erfahrungen ausgetauscht. Aus diesen persönlichen und vertrauten Gesprächen sind sehr besondere Freundschaften hervorgegangen, die den Aufenthalt überdauern werden – nicht nur bei mir. Besonders beeindruckt waren wir von der Lebenshaltung unserer Gastgeberinnen und davon, mit welcher Energie, Gelassenheit und Würde sie ihren Lebensalltag bestreiten. Dieser ist geprägt von körperlich harter Arbeit, die die Frauen meist ohne Hilfe ihrer Männer bewältigen.  Nancy, die uns besonders nahe stand, arbeitet jeden Tag ab Sonnenaufgang neben ihren anderen vielfältigen familiären Aufgaben drei Stunden lang auf ihrem Maisfeld. Auf unsere Nachfrage hin, ob diese Tätigkeit denn nicht sehr hart sei, meinte sie „Natürlich ist die Arbeit schwer, aber ohne sie gibt es eben auch keinen Mais zu essen.“

Mitten drin in der kenianischen Familie, statt nur dabeiUnglaubliche Nähe zur Natur
Ganz besonders war für mich die unglaubliche Nähe zur Natur während unseres ganzen Aufenthaltes. Morgens sind wir mit dem Sonnenaufgang aufgestanden, wir haben uns unter der kenianischen Sonne draußen gewaschen, sind täglich längere Fußwege durch die prächtigen Landschaften des kenianisches Hochlands gelaufen und haben gegessen, was auf den Feldern der Frauen wächst. Der direkte Kontakt zu der uns immer umgebenden Natur hat mir ganz neue Kraft und Energie gegeben und mich innerlich sehr ausgeglichen und erfüllt. Die Frauen müssen für ihre Familie alles benötigte Wasser aus einer nahe gelegenen Wasserstelle holen, fließendes Wasser aus der Leitung gibt es nicht. Dabei habe ich – auch beim Besorgen des Wassers für uns – gern mitgemacht. Dadurch haben wir einen ganz neuen Bezug zu Wasser und zum eigenen Wasserverbrauch bekommen und erfahren, mit wie wenig Wasser man eigentlich beim Wäsche waschen, duschen oder dem Toilettengang auskommt. Angeregt durch die Lebensweise unserer Gastgeberinnen habe ich vor allem darüber nachgedacht, wieviel Wasser wir in Deutschland im Alltag unachtsam verschwenden, und es richtig zu schätzen gelernt, dass es bei uns ohne größere Anstrengungen einfach aus dem Wasserhahn fließt – was für ein Luxus!

As Friends to Kenya - Kenianisches Lehmhome-Vielfältiges Programm
Während unserer Zeit im kenianischen Hochland haben wir aber nicht nur das Leben unserer Gastgeberinnen kennengelernt, wir haben auch zahlreiche Ausflüge unternommen, bei denen wir viele bereichernde Eindrücke in verschiedene Bereiche erhalten haben. Besonders eindrucksvoll war für uns der Besuch der Gesundheitsstation unserer Gastgeberinnen, deren Bau von den Mitgliedern der Frauengruppe auf eigene Initiative und durch das Mit-Reiseprojekt von LebKom e.V. ermöglicht worden ist. Bevor es die Gesundheitsstation gab, mussten die Menschen in der Umgebung bis in die nächstgelegene Stadt laufen, um eine medizinische Behandlung zu bekommen. Vor allem für Kranke oder schwangere Patientinnen war der Weg unheimlich beschwerlich. Und er hat nicht selten verhindert, bei Zeiten ärztliche Hilfe zu erhalten. Für die Menschen in der Gegend ist die Gesundheitsstation daher ein großer Segen, vor allem da diese auch auf die HIV-Therapie, Familienplanung und Schwangerschaftsberatung dank LebKom spezialisiert ist. Die Besichtigung der Gesundheitsstation hat uns sehr eindrücklich gezeigt, was für positive und wichtige Veränderungen durch den Einsatz engagierter Frauen, auf kenianischer und deutscher Seite, erreicht werden können. Bei Besuchen eines Kindergartens und einer Schule haben wir viel über die Bildung in Kenia erfahren und uns mit den kenianischen Lehrerinnen und Lehrern über unsere verschiedenen Schulsysteme ausgetauscht. An anderen Tagen haben wir die Städte Kisii, Oyugis und Kisumu besucht und dort das geschäftige Treiben auf den Märkten miterlebt und uns vor der grandiosen Vielfalt an bunten Stoffen, verschiedenen Lebensmitteln, wie frischen Ananas und Papaya, und lokalen Waren begeistern lassen

As Friends to Kenya - afrikanischen Alltag teilen - gemeinsam kochen 2Verbindende Gemeinsamkeiten
Ein Wandel in der Betrachtungsweise innerhalb unserer Mit/Reise/Gruppe ist mir besonders aufgefallen:  Zu Beginn waren wir vor allem darauf bedacht, möglichst viel über die kenianische Gesellschaft, kulturelle Besonderheiten der Luos und darauf basierende Unterschiede zu unseren Lebensweisen in Deutschland auszumachen. Bei vielfältigen Ausflügen, im Austausch mit unterschiedlichen sozial engagierten Kenianerinnen und Kenianern und in sehr persönlichen Gesprächen mit unseren Gastgeberinnen haben wir sehr viel darüber erfahren. Je länger wir allerdings vor Ort waren, je besser wir unsere kenianischen Freundinnen und ihre Familien kennenlernten und je tiefer wir Einblick in ihre Wünsche und Lebensanschauungen erhalten durften, desto mehr verbindende Gemeinsamkeiten stellten wir fest. Auch wenn unsere Leben weit entfernt voneinander stattfinden und unsere kulturellen Gepflogenheiten sehr verschieden sind, so einen uns viele ähnliche Vorstellungen. Eine der Frauen meinte einmal zu mir „Wichtig ist mir vor allem, dass ich ein selbstbestimmtes Leben führen kann, ein schönes Zuhause habe und meinen Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen kann.“  Als wir über ihre Aussage nachdachten, bemerkten wir, dass wir sehr ähnliche Wünsche haben. Diese Erkenntnis hat bei uns allen zu einem großen Gefühl der  gemeinschaftlichen Verbundenheit geführt.

As Friends to Kenya - Gemeinsame Erlebnisse verbindenDer sehr bewegende Abschied
Viel zu schnell verging die Zeit und ehe ich mich versah, stand auch schon der Abschied bevor. Auch dieser war sehr bewegend: Obwohl wir alle sehr traurig waren, unsere neu gewonnenen Freundinnen zu verlassen, haben eben diese uns dazu motiviert, noch einmal gemeinsam zu feiern und der Freude über die gemeinsamen Tage Raum zu geben. Also haben wir ein letztes Mal zusammen ausgelassen gesungen und getanzt und waren dankbar für die unheimlich tolle Zeit, die wir miteinander verbringen durften.

Unvergessliche Wochen
Die Wochen bei den Luo Frauen sind für mich unvergesslich. Ich habe mich so willkommen und angenommen in der Familie gefühlt, hatte so vielfältige und besondere Erlebnisse und habe viel, viel Neues gelernt.  Daher kann ich das Mit-Reiseprojekt „As Friends to Kenya“ allen wärmstens empfehlen, die Lust darauf haben, ein Land nicht nur auf ausgetretenen touristischen Pfaden zu erleben, sondern die sich wünschen, tiefer gehende Einblicke in die Leben der Menschen dort vor Ort zu erhalten und dies vor allen Dingen durch direkten Austausch mit ihnen. Ich bin nun zwar wieder in Fulda – ein Stück meines Herzens bleibt aber bei den großartigen kenianischen Frauen, unseren Gastgeberinnen der Luo Ethnie.


Sophie Lauberlebkom

Sophie Lauber ist eine Studentin aus Fulda und hat mit dem Mit-Reiseprojekt „As Friends to Kenya“ das ländliche Kenia abseits der Touristenpfade kennengelernt.


 

Das Leben auf Funzi Island

Ein Bericht von Alessandro Torriani (Funzi Island/ Südküste). Die Insel Funzi ist ein Ort, wie kein anderer. Auf der Hauptinsel gibt es ein Dorf, welches von der Volksgruppe der Fundi bewohnt wird. Dort existiert eine eigene Sprache, das Kifundi. Kifundi wird nur auf Funzi und in dem gegenüber auf dem Festland liegenden Dorf Mwazaro gesprochen. Die Bewohner von Funzi folgen heute noch ihren Traditionen, wodurch alte Dorfgemeinschaften bestehenbleiben.

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Vor zwanzig Jahren kam mein Vater mit einem Flugzeug nach Funzi. Da die Dorfbewohner noch nie zuvor so ein Verkehrsmittel gesehen hatten, waren sie erschrocken, als der Motor startete. Die Zeiten haben sich geändert, doch die Traditionen gibt es immer noch.

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Meine Eltern lieben es, neue Sachen auszuprobieren. Vor ungefähr zehn Jahren ist mein Vater auf die Idee gekommen, sich eine Kuh zuzulegen. Nachdem der Zustimmung meiner Mutter, kaufte mein Vater schließlich 50 Kühe! Und so begann unsere Viehhaltung. Vor sechs Jahren haben wir angefangen, die Tiere untereinander zu kreuzen, das heißt, Aberdeen Angus und French Charlotte wurden mit unseren Kenyan Borans gekreuzt.

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Die Rinder werden biologisch gefüttert und grasen frei auf der Insel. Es gibt keine Hormone und keine Antibiotika. Gegen neun Uhr morgens wachen die Tiere auf und fangen an zu grasen, wandern bis mittags auf der Insel herum und kommen wieder, um Wasser zu trinken. Maasai-Hirten schauen nach den Rindern und kommunizieren mit ihnen auf ihre eigene Weise. Ein spezieller Pfiff bedeutet zurück zur Weide. Wir haben beobachtet, dass die männlichen Rinder nach einem verlorenen Kampf deprimiert sind und für vier Tage in den Wald gehen. Das zeigt, dass unsere Rinder emotionale Wesen sind.

Vor ungefähr sechs Jahren kam ich von der Universität zurück. Meine Eltern haben mir erzählt, dass es eine gute Idee sei, einen Hühnerhof zu starten. Frische Eier am Morgen! Somit fingen wir an, uns zu informieren, wie wir den Hühnerstall bauen sollten. Zudem gab meine Mutter mir ein altes Buch zu dem Thema und wir fingen an, unseren Hof zu erweitern. Heute haben wir 50 Lege-Vorrichtungen und manchmal sogar 100 Legehennen. Die Hennen können sich im Sand ausruhen oder einfach ihre Zeit genießen.

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The Funzi Keys, das Hotel, welches meinem Vater gehört, würde ohne diesen einzigartigen Ort und der Kultur auf Funzi Island nicht so erfolgreich sein. Das Land gibt uns die Möglichkeit, auf biologische Art und Weise Fleisch zu produzieren, was nicht nur meine Familie, sondern auch unsere Gäste bevorzugen. Die Idylle und die Menschen vor Ort bieten die perfekte Kulisse für Urlauber, um einen sehr speziellen Teil Kenias zu entdecken.

Ich glaube, es ist unsere Einstellung, offen zu sein und neue Sachen auszuprobieren, die uns den Weg hierher geführt hat. Mein Vater sagt immer „ Versuche etwas Neues – wenn du hinfällst, dann steh auf und versuche etwas anderes.“  Mit Zeit, Wissen und Durchhaltevermögen ist alles möglich!


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Der Schweizer Alessandro Torriani lebt mit seiner Familie auf der Insel Funzi an der Südküste Kenias. Sein Vater ist Gründer und Eigentümer des exklusiven Boutiquehotels The Funzi Keys auf der gleichnamigen Insel. Dieser Bericht ist eine Übersetzung aus dem Englischen. Text und Fotos (c) Alessandro Torriani.